Der Asien-Blog

Paprika (Buch)

Paprika (Buch)

Eine bahnbrechende Entwicklung hat Atsuko Chiba und ihren Kollegen Tokita zu den neuen Superstars der Psychotherapie gemacht. Mit einem speziellen Gerät können sie die Träume von Patienten betreten und sie so heilen. Doch nicht jeder sieht dies als Fortschritt. Als ihre Gegner sich eine Weiterentwicklung des Geräts aneignen und damit heimlich in den Köpfen der Wissenschafter Chaos anrichten, ist plötzlich auch Chibas Leben unmittelbar in Gefahr…

Kritik zum Buch „Paprika“

Das Buch „Paprika“ von Yasutaka Tsutsui ist die Grundlage für den gleichnamigen Anime, der von Satoshi Kon sehr erfolgreich umgesetzt wurde.

Wenn die Psychotherapeutin Chiba in die Träume ihrer Patienten eintaucht, wird sie zur Traumdetektivin Paprika. Sie sucht Erlebnisse, die z.B. zu Traumata geführt haben oder isoliert Albträume, um so u.a. Schizophrenen zu helfen. Doch dann geht es um ihr eigenes Leben, als konkurrierende Kollegen ihr den Nobelpreis nicht gönnen und die Arbeit von ihr und Tokita sabotieren.

Der Roman führt den Leser in Traumlandschaften, die teilweise sehr verquer, dennoch aber immer sehr bildhaft sind. Yasutata Tsutsuis Charaktere sorgen dabei für gemischte Reaktionen. Die einen beschuldigen ihn des Sexismus und der Homophobie, andere feiern ihn aufgrund seiner sehr unterschiedlichen Figuren, die eben genauso streitbar sind, wie im realen Leben und die vielschichtige japanische Gesellschaft widerspiegeln. Zudem enthält „Paprika“ einen gewissen Anteil erotischer Phantasien, der nicht jedem gefallen wird. Das gehört jedoch zu diesem Traumspiegel dazu, den Yasutaka Tsutsui mit diesem Buch entwirft, und ist eigentlich nur natürlich. Denn wozu würde man wohl ein Gerät nutzen, dass in die Träume anderer eindringen kann? Erotik spielt da sicherlich eine Rolle.

Viel interessanter ist jedoch die psychologische Perspektive von Träumen. Wie werden sie verarbeitet? Wie beeinflussen sie uns? Kann man Träume tatsächlich manipulieren? Wer sich mit dem Gehirn und Träumen auseinandersetzt, der bekommt mit „Paprika“ ein fantasievolles Buch, das zum Nachdenken anregt – vielleicht sogar etwas erschüttert und Angst macht. Die Figuren in „Paprika“ sind auf die Spitze getrieben und genau das liefert der Geschichte ihr Suchtpotential. Spannend, verdreht, aufwühlend.

Oy,oy! You in the two-bit taxi, you think you can cut in front of me? How dare you! Don’t you know who I am? I’m Morio Osanai, ten times your superior in status and intellect, that’s who! Oh yes, don’t look surprised! I’m a leading Doctor of Psychiatry, winner of the Nobel Prize in the not-too-distant future! Kneel down before me! Cretin! Imbecile! The sun shines behind me, don’t you know? And the sun’s name is Doctor Seijiro Inui. He’s a god.

Infos zum Buch
Paprika
Yasutaka Tsutsui
978 0 307 38918 3
Vintage Contemporaries
Auszug: S.158

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