Enter Pyongyang | © JT Singh auf Vimeo

Video: Willkommen in Nordkorea

Pyongyang, die Hauptstadt Nordkoreas, ist eines dieser Reiseziele, das die Menschen spaltet. Wer an Nordkorea denkt, denkt zunächst höchstwahrscheinlich an Atomwaffen, Arbeitslager und ein diktatorisches Regime, das keine Gnade kennt. Allein der Gedanke, dass jemand eine Reise nach Pyongyang erwägt, ist für viele unfassbar. Angst. Beklemmung. Unverständnis. Und das ist nachvollziehbar. Nordkorea will daher sein Image aufpolieren – mit einem Video…

Neugier ist das, worauf die Macher dieses Zeitraffervideos setzen. Es gibt immer noch sehr wenige Bilder und Videos aus Nordkorea. Geschmuggelte Bilder, die sich weniger gut als Aufmacher in einem Reiseprospekt machen und ein Land zeigen, dass kontrolliert mit aller Macht vor sich dahinvegetiert. Nordkorea hat ein ernsthaftes Imageproblem und daran soll sich etwas ändern. Branding Spezialist JT Singh und Zeitraffer-Fotograf Ralf Whitworth durften in Pyongyang filmen – und zeigen ein ganz anderes Nordkorea als man es üblicher Weise sieht. Sie zeigen Pyongyang von einer menschlichen Seite: Kinder, die lachen, Erwachsene, die zur Arbeit gehen. Eben (fast) eine ganz normale Stadt.

Video aus Nordkorea fasziniert mit „Alltag“

„Nordkorea war ein Land, das offensichtlich immun gegenüber Wandel war – das war einmal. In den letzten Jahren wurden Handys einführt, es gab Touristenwellen und sogar einen Marathon. Zahlreiche Sonderwirtschaftszonen wurden errichtet in Kooperation mit China, Russland und Südkorea; Bahnstrecken sind in Planung, die alle Länder der Region verbinden sollen“, heißt es in dem Vorwort zum Video. Es entstand in Zusammenarbeit mit Koryo Tours, die seit 1993 Reisen nach Nordkorea organisieren. Singh und Whitworth wurden zwar stets von Koryo begleitet, es soll aber keine Einmischung in den Dreh gegeben haben. Auch Geld sei nicht geflossen. Lediglich die Reisekosten wurden übernommen.

Was das Video von Pyongyang allerdings so faszinierend macht, ist die Machart des Videos. Hinzu kommen Bilder, die man so schlicht noch nicht gesehen hat: U-Bahnenbetrieb, Freizeitaktivitäten, Menschen, die „frei“ auf der Straße spazieren – solche Szenen sollen zeigen, dass es auch in Nordkorea ein „ganz normales Leben“ gibt und sich eine Reise dorthin lohnt. Allerdings sieht man eben doch, dass es sich hierbei nicht um ein „ganz normales Land“ handelt.

Reisen nach Nordkorea

Wer sich nun berufen fühlt, seinen nächsten Urlaub in Pyongyang zu verbringen, dem sei gesagt, dass es dafür strikte Auflagen gibt und selbstverständlich gibt es einen Check-up vorab. Journalisten dürfen grundsätzlich ohnehin nicht einreisen – mit wenigen Ausnahmen. Auch verpflichtet man sich, nichts über die Reise zu veröffentlichen. Zudem ist es natürlich eine Gewissensfrage, ob man ein diktatorisches Regime durch seine Devisen unterstützen will… Es gibt allerdings auch andere Länder, die in Bezug auf Menschenrechte nicht unbedingt vorbildlich sind und über die man diskutieren könnte…


Quelle: JT Singh auf Vimeo

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