Volle Züge, schlechte Belüftung, unangenehme Mitpassagiere – es gibt genügend Gründe für Unmut gegenüber städtischer Verkehrsbetriebe. Doch: Was kann man machen, wenn die Wut über öffentliche Verkehrsmittel zu groß wird? Man kann Beschwerdebriefe schreiben, Unterschriften sammeln, Protestwählen. Oder: Man schickt Urin-Pakete an die kommunalen Volksvertreter – schließlich hat das ja erwiesenermaßen schon immer gewirkt!!! Das dachte sich zumindest ein Herr aus Nagoya, Japan. Er wollte eine Abschaffung von Frauenwagen bewirken und schickte daher anrüchige Päckchen an die Mitglieder des City Councils von Nagoya.

Frauenwagen Osaka

Frauenwagen, wie hier in Osaka, erkennt man auch z.B. an den Haltegriffen im Inneren des Wagens.

Was sind Frauenwagen?

In vielen japanischen Städten gibt es U-Bahn-Wagen, die ausschließlich für Frauen gedacht sind. Sie sollen Frauen vor Belästigungen schützen. Und das ist in Japan vor allem in der Rush Hour durchaus ein Problem. Wer als Frau dem lästigen Fummeln an Po und Vorderfront entgehen will, nutzt Frauenwagen. Und die sind meist mit rosafarbenen Hinweisen gekennzeichnet. Schon beim Einsteigen gibt es auf dem Bahnsteig „Boarding-Bereiche“ nur für Frauen. Dort stehen Frauen schon in der Schlange sicher und unbelästigt. Manche Verkehrsbetriebe bieten Frauenwagen an, die den ganzen Tag über nur für Frauen sind. Manche dürfen außerhalb der Rush Hour auch von Männern genutzt werden. Dann sind auf den Hinweisschildern auch Uhrzeiten vermerkt.

Das waren nicht die ersten Urin-Pakete…

Frauenwagen mit Mann

Auch Männer sieht man in Frauenwagen – zu bestimmten Zeiten dürfen auch sie in manchen Bahnen mitfahren.

Zurück nach Nagoya, wo es eben auch diese Frauenwagen gibt. Dort erhielten die Mitglieder des Stadtrats jeweils ein Paket mit einem Protestbrief und einem mysteriösen Container. Im Brief beschwerte sich ein Unbekannter über die Frauenwagen und forderte deren Abschaffung auf einer bestimmten Linie innerhalb der Woche. Ob der Verfasser so empört war, weil die Frauenwagen weniger voll waren oder weil ihm damit der morgendliche „Spaß“ auf dem Weg zur Arbeit verwehrt blieb, ist nicht bekannt. Der mutmaßliche „Er“ wies noch darauf hin, dass er bereits Pakete an verschiedene Bahnhöfe geschickt hätte. Die Wirkung verpuffte jedoch. Nun müsse er zu „Action“ greifen. Action! Die muss man sich nicht vorstellen, wenn man bedenkt, dass in den Päckchen nebst Briefen noch Container mit einer gelben, intensiv riechenden Flüssigkeit enthalten waren. Action! So! Jetzt wissen wir, wir man einem Protest so ordentlich Ausdruck verleiht. Und während die Polizei nun nach dem Versender fahndet, sind sich die Empfänger der Pakete noch nie so sicher gewesen, dass Nagoya Frauenwagen wirklich nötig hat – zumindest solange es noch Typen gibt, die mit Duftmarken Territorialkämpfe auskämpfen wollen.

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Quelle: Japan Today
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