Tokyo 2020: Eine Yakuza-Olympiade? | © CC Jorge Pindorama via Flickr

Tokyo 2020: Die Yakuza-Olympiade

Olympische Spiele sind ein teures Vergnügen. Als Tokyo den Zuschlag für die 2020 Olympischen Sommerspiele erhielt war der Jubel dennoch groß. Doch wo Geld zu verdienen ist, ist die Yakuza nicht weit…

Bürokratische Mühlen mahlen langsam. Besonders wenn es darum geht, eine mögliche Verbindung zwischen dem Japanischen Olympischen Komitee (JOC) und der Yakuza aufzuschlüsseln. Bereits im letzten Sommer sorgte ein Buch von Yoshinari Ichinomiya für großes Aufsehen: In „2020 Black Money and the Tokyo Olympics“ beleuchtet er in dem Kapitel „Die Yakuza-Olympiade“ mögliche Bände zwischen dem Vizepräsidenten des JOC und der Sumiyoshi-kai, der zweitgrößten Yakuza-Organisation in Japan. Bereits im Februar 2014 war ein Foto aufgetaucht, dass beide Männer Mitte der 2000er zusammen in einem Club in Nagoya zeigt. JOC-Vizepräsident Hidetoshi Tanaka beharrt darauf, dass das Foto gefälscht sei. Eine formelle Untersuchung gab es bislang jedoch nicht.

Olympia ohne Yakuza?

Doch das soll sich nun ändern. Wie die „Japan Times“ berichtet, soll nun auf Drängen von Yoshio Maki, Mitglied des Abgeordnetenhauses, eine Untersuchung eingeleitet werden – durch den Erziehungsminister, der für die Ausrichtung der Tokioter Spiele verantwortlich ist. Der Haken: Auch Erziehungsminister Hakubun Shimomura soll Beziehungen zur Yakuza haben. Er soll von der Yamaguchi-gumi, der größten Yakuza-Organisation in Japan, Spenden erhalten haben.

Das Yakuza-Geflecht ist dabei mehr als undurchsichtig. So ist die Yamaguchi-gumi nicht etwa bloß eine „Gang“, so wie man Yakuza-Banden aus Filmen eben kennt. Die Yamaguchi-gumi ist zu einem internationalen Unternehmen herangewachsen mit einer inzwischen 100-jährigen Tradition und mehr als 25.000 registrierten Mitgliedern. Dazu zählen auch verschiedene Untergruppen, die regional aufgestellt sind. Ihre Beziehungen zur Politik sollen bestens sein.

Yakuza-Olympia so gut wie sicher

Vielleicht ein Grund, warum sich die japanische Regierung so zurückhaltend zeigt, wenn es um eine formelle Untersuchung der „Yakuza-Olympia“ geht. Denn dabei soll es laut Autor Ichinomiya um sieben Milliarden Euro gehen, die in die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo fließen sollen. Daher glaubt selbst der Abgeordnete Maki nicht an eine Aufklärung des Falles. Es werde lediglich eine „zu erwartende Antwort“ geben, sagte er. Na dann…


Titelbild: Jorge Pindorama via Flickr CC 2.0

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