Chinesische Touristen sind im Ausland nicht unbedingt beliebt - aufgrund ihrer Manieren |© CC bfishadow via flickr

Stolz & Vorurteil: Chinesische Touristen schockieren mit schlechten Manieren

Sie gelten in vielen Nachbarländern fast schon als biblische Plage: chinesische Touristen. Grund für ihren schlechten Ruf seien vor allem ihre schlechten Manieren, heißt es.

Wenn chinesische Touristen anreisen, dann immer in Massen. Sie sind laut und ungehobelt und meinen, sie können sich alles erlauben. So die gängigen Vorurteile bei vielen Südkoreanern und Taiwanern. Und auch viele Bewohner der bis 1997 britischen Kronkolonie Hongkong beschweren sich immer öfter über die chinesischen Touristen vom Festland. Die Stimmung gegenüber den Festlandchinesen ist ohnehin fast schon am Tiefpunkt angekommen, da sich auch immer mehr in Hongkong ansiedeln, Wohnungen und Land aufkaufen. Die Hongkonger entzürnt nicht nur, dass damit die Mieten steigen und sich z.B. einheimische Studenten somit keine Wohnung leisten können. Auch das politische Klima hätte sich mit den Festlandschinesen dramatisch geändert. Das berichten auch immer wieder Menschen, die derzeit an den Demokratieprotesten in Hongkong teilnehmen.

Da kommt ein Skandal um die unmöglichen Manieren der chinesischen Touristen in Taiwan gerade recht, um die schlechte Stimmung weiter anzuheizen: Im Taipei 101, einst höchster Wolkenkratzer der Welt, soll eine chinesische Touristenfamilie ihren Sohn mitten in einem Restaurant in eine Wasserflasche uriniert haben lassen. Die Flasche soll später noch auf dem Tisch umgekippt sein und die Familie soll daraufhin ein neues, kostenloses Menü verlangt haben. So berichtet es die Taiwaner „Apple Daily“.

Auch in Hongkong kam es vor einigen Monaten zu einem medialen Spektakel als dort ein Kleinkind mitten in Mongkok auf der Straße urinierte. Sittenverfall bei den chinesischen Touristen? Mitnichten. Auf dem Festland ist es durchaus nicht selten, wenn sich Kleinkinder auf der Straße auf einem Stück Zeitung erleichtern. Die Kinder tragen Hosen mit einem offenen Schlitz in der Mitte anstatt einer Windel und sind so – sozusagen – allezeit bereit. Diese „Unsitte“, die einige Chinesen pflegen, sollen chinesische Touristen mit in ihren Urlaub nehmen, beschweren sich nun immer öfter Taiwaner und Hongkonger.

Die Südkoreaner sind vor allem von der Masse an Chinesen erschlagen. Auch hier siedeln sich immer mehr Festlandchinesen an oder kommen gleich in Horden angereist. Mancherorts baue man bereits chinesische Krankenhäuser – ausschließlich für die Chinesen, beschweren sich einige Südkoreaner.

Fast überall in koreanischen Touristenstädten ist man auf die chinesische „Großmacht“ vorbereitet, spricht auf Märkten und in Einkaufszentren auch Chinesisch. Sie bringen Geld mit, die Chinesen. Wenn da nur nicht diese schlechten Manieren wären, monieren auch die Südkoreaner, die mit Argwohn betrachten, wenn ein Chinese neben ihnen auf die Straße spukt. Das Spuken versucht man auf dem Festland bereits seit Jahren – teils mit Erfolg – einzudämmen. Allerdings weniger, weil es „unfein“ ist, sondern aus „hygienischen Gründen“.

Alles Vorurteile? In chinesischen Medien werden Vorfälle wie aktuell in Taiwan als Propaganda bezeichnet. Man sollte sich bei den chinesischen Touristen entschuldigen, fordern Festlandchinesen im Internet. Zu stolz für Kritik? Es ist, wie es immer ist: Wenn man als Tourist in ein anderes Land oder in eine andere Region fährt, bleiben vor allem die schlechten Erfahrungen in den Erinnerungen der Ansässigen zurück. Und das ist nicht nur bei den chinesischen Touristen so…


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