Die Pekinger U-Bahn kämpft mit Problemen | © CC Jakob Montrasio via Flickr

Pekinger U-Bahn: Wird jetzt alles besser?

Die Pekinger U-Bahn hat ein massives Problem mit ihrer Größe. Mit 17 Linien und 465 Kilometern Gesamtlänge ist es das zweitgrößte U-Bahn-Netz der Welt – nach Shanghai. In vergleichsweise kurzer Zeit ist das U-Bahn-Netzwerk zu einem Giganten geworden, der Fahrgästen, Pendlern und Regierung nun einige Probleme beschert. Doch das soll sich nun ändern.

Ein gigantisches U-Bahn-System verschlingt Millionen. Bis 2020 wird allein der Ausbau der Pekinger U-Bahn geschätzte 52 Milliarden Euro verschlungen haben. Zu diesem Zeitpunkt wird das U-Bahn-Netz das größte der Welt sein. Betrieb und Instandhaltung verschlingen ein Vermögen. Und auch die stets wachsende Anzahl an Fahrgästen ist eine enorme Herausforderung für die recht junge U-Bahn, die mit ihrer ersten Linie 1969 nur für Beamte öffnete. Von der Eröffnung der Linie 1 bis zum Jahr 2002 wurde lediglich eine weitere Linie eröffnet. Erst mit Hinblick auf die Olympischen Spiele von Peking kam es zu einem groß angelegten Ausbau des Streckennetzes. Derzeit gibt es in Peking 17 Linien, inklusive dem Airport Express und es sind noch mindestens zwei Linien in Planung. Doch das scheint immer noch nicht auszureichen.

Pekinger U-Bahn bricht Fahrgastrekorde

An einem durchschnittlichen Wochentag transportiert die Pekinger U-Bahn zehn Millionen Menschen. Und es werden immer mehr. Private PKWs und Busse gelten als unzuverlässig, sind aufgrund von Staus selten pünktlich an Ort und Stelle. Die Lösung heißt: U-Bahn. Und die war mit einem Einheitspreis von 2 Yuan pro Fahrt (ca. 26 Cents) auch noch extrem günstig. Das Resultat sind u.a. vollgestopfte U-Bahnen, die sich nur noch mit „Pushern“ bewältigen lassen. Zu Stoßzeiten müssen professionelle „Schieber“ die Fahrgäste in die Bahn „hineinstopfen“, so wie man es u.a. aus Japan kennt. Das Gedrängel in der Rush Hour nimmt zuweilen überhand und resultiert immer öfter in Unfällen, bei denen Menschen aufs Gleis stürzen, berichtet die China Daily.

Nun soll sich jedoch einiges ändern. So kündigte man an, dass auf den Linien 1 und 2 Sicherheitstüren eingebaut werden sollen, die sozusagen als Sicherheitszaun zwischen Plattform und U-Bahn fungieren. Auch das kennt man bereits, u.a. aus Südkorea.

Pekinger U-Bahn wird teurer

Ein weiterer Schritt der Pekinger Behörden ist der Versuch, Fahrgäste mit höheren Fahrkartenpreisen zu vergraulen. Galt bislang der Einheitspreis von 2 Yuan pro Fahrt, wird ab 28. Dezember 2014 ein Preissystem basierend auf Entfernung eingeführt. Das gab es bereits vor 2007 und tritt nun wieder in Kraft. Zwischen 3 und 10 Yuan kostet dann eine Fahrkarte der Pekinger U-Bahn. Damit sollen zudem die wachsenden Kosten bewältigt werden.

Doch die Pekinger lieben ihre U-Bahn und wollen ungern darauf verzichten. Für viele ist ein eigenes Auto unerschwinglich; Busse gelten aufgrund ihrer Unpünktlichkeit nicht als Alternative. Bis zu 30 Prozent der Fahrgäste könnten mit der Preiserhöhung vorerst ausbleiben. Auf lange Sicht ist das jedoch keine Lösung. Denn das Problem wird lediglich wieder auf die Straße verlagert. Städteplanung bezieht sich eben nicht nur auf den Bau von Häusern und Straßen, sondern auch auf den öffentlichen Nahverkehr. Und hier liegt Pekings größte Herausforderung…


Bild: © CC Jakob Montrasio via Flickr
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