Nordkorea schickt zum ersten Mal Geld nach Südkorea | © CC Zhimin Pan auf Flickr

Nordkorea: Reiche Schwestern schicken Geld in den Süden

Wer hätte das gedacht? Es ist ja bekannt, dass Südkoreaner Familienangehörigen in Nordkorea oft Geld schicken, damit die finanziell über die Runden kommen. Nun wurde ein Fall bekannt, in dem es andersherum war…

Rund 27.000 nordkoreanische Flüchtlinge gibt es in Südkorea, von denen viele ihren verarmten Verwandten in der Heimat Geld zukommen lassen. Doch für viele „Abtrünnige“ ist der Süden alles andere als das gelobte Land. Viele haben Schwierigkeiten, sich anzupassen, werden nicht akzeptiert und schaffe es gerade einmal, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Trotzdem, denkt man, sollte es einem nordkoreanischen Flüchtling in Südkorea gerade finanziell um einiges besser gehen, als im Norden, in dem Hungersnöte keine Seltenheit sind.

Nordkoreanerinnen schicken Geld nach Südkorea

Nun wurde zum allerersten Mal ein Fall bekannt, in dem zwei Nordkoreanerinnen ihrer Schwester im Süden Geld geschickt haben soll. Laut „Daily NK“ sollen die Schwestern in Japan aufgewachsen sein und in der nordkoreanischen Hafenstadt Chongjin auf einem offenen Markt mit japanischen und südkoreanischen Haushaltsgeräten handeln. Gemeinsam sollen sie ein Vermögen von 280 Millionen Won, also rund 210.000 Euro, angespart haben. Für Nordkorea ein wirklich stattliches Sümmchen.

Der Schwester, die vor zwei Jahren in den Süden geflohen ist, ergeht es da nicht so gut. Im Norden handelte sie schwarz mit chinesischen Waren; in Seoul hat sie finanzielle Engpässe. Die Dissidentin soll daher ihre Schwestern um Hilfe gebeten haben. Und die sollen bereits viermal Geld überwiesen haben – insgesamt 6,6 Millionen Won, also rund 5.000 Euro. Verkehrte Welt. In der nordkoreanischen Heimat sollen Bekannte der Schwestern äußerst überrascht gewesen sein, als der Fall dort bekannt wurde. Denn nach wie vor gilt, dass Dissidentin finanziell ausgesorgt haben sollen. Das ist wie man sieht, nicht der Fall, hilft dafür aber der nordkoreanischen Propaganda…

Die „Daily NK“ soll zuverlässige Quellen haben, sodass man in südkoreanischen Medien von der Echtheit dieses Falles ausgeht.


Bild: © CC Zhimin Pan auf Flickr
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