Indien: Mann gefeuert nach 24 Jahren Blaumachen | © CC Jeff Sheldon via Unspleash

Inder macht blau: 24 Jahre lang!

Die indische Bürokratie ist nicht unbedingt dafür bekannt, mit den schnellsten Mühlen zu mahlen. Was sich jedoch im indischen Bundesministerium für Stadtentwicklung zutrug, ist der pure Wahnsinn. Shri M.Venkaiah Naidu, Bundesminister für Stadtentwicklung, hat nun laut Pressemitteilung die Entlassung von einem Mann angeordnet, der 24 Jahre lang blau machte…

Shri A.K.Verma arbeitete zehn Jahre lang beim Ministerium als stellvertretend leitender Ingenieur bis er sich 1990 einen bezahlten Urlaub nahm und nie wieder zur Arbeit zurückkehrte. Er versuchte zwar, eine Verlängerung seiner geduldeten Abwesenheit zu erwirken, diese wurde jedoch nicht gewährt. Zwei Jahre später wurde die erste Untersuchung aufgrund unerlaubter Abwesenheit vom Arbeitsplatz angestrebt. Shri A.K.Verma soll sich jedoch unkooperativ gezeigt haben, sodass die Untersuchung zunächst verschoben und erst 2005 wieder aufgenommen wurde.

2007 wurde das Untersuchungsergebnis dem damals zuständigen Minister unterbreitet, doch weitere Schritte wurden nicht unternommen. Unterdessen bezog Shri A.K.Verma weiterhin sein Gehalt. Der Fall lag auf Eis und wurde offenbar vergessen – bis ein neuer Minister sein Amt antrat. Nun, nach 24 Jahren Abwesenheit, wird der abwesende Angestellte endlich gekündigt.

Laut einer Studie der Hongkonger „Political and Economic Risk Consultancy“ von 2012 ist Indien das Land mit der schlimmsten Bürokratie in Asien – mit 9.1 von 10 möglichen Bürokratiepunkten. Dies sei u.a. der Grund für Korruption, so der Report. Beamte würden selten für falsche Entscheidungen und Fehlverhalten zur Verantwortung gezogen werden, heißt es.

Tatsächlich ist es in Indien äußerst schwierig, einen Beamten zu feuern, wenn dem Beamten kein strafrechtliches Vergehen nachgewiesen werden kann. Mit dem Amtsantritt von Shri M.Venkaiah Naidu wurde der alte Fall jedoch neu aufgerollt und zum Abschluss gebracht. Seit 2014 bemüht sich Indien darum, seine Beamten besser zu kontrollieren. Arbeitsstunden werden nun via Fingerabdruck genau festgehalten und online veröffentlicht.

Bild: © CC Jeff Sheldon via Unspleash

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