Erste Hilfe in Tokio von Persen? | CC David Ooms via Flickr

Hentai-Alarm: Perverser leistet Erste Hilfe?

Wer nach einem Autounfall hilft Leben zu retten, gilt bei uns als Held. Nicht so in Tokio. Dort leistete ein Passant Erste Hilfe und wurde als Hentai, als Perverser, gebrandmarkt…

Tokio ist schon ein merkwürdiges Plätzchen. Das musste nun auch ein Einwohner am eigenen Leib schmerzlich erfahren. Nach einem Autounfall fackelte der Mann nicht lange, schnappte sich einen der überall in der Stadt deponierten öffentlichen Defibrillatoren und schnitt die Kleidung einer Frau auf, um den Defibrillator richtig auf der Haut platzieren zu können. Die Frau hatte einen Herzstillstand erlitten und es ging buchstäblich um rettende Sekunden. Da wurde der Helfer von einem Autofahrer als „Hentai“, als Perverser, beschimpft. Er solle sein „Tun“ gefälligst unterlassen, berichtet der Helfer nun auf Twitter. Dann zeigte der Fahrer den Helfer auch noch als Sittenstrolch bei der Polizei an, der später dann mit aufs Revier musste. Erst dann stellte sich heraus, dass es sich hierbei um ein Missverständnis handelte. Der Helfer sollte nun sogar eine Ehrenurkunde erhalten, welche er dankend und frustriert ablehnte. Auf Twitter klärt er nun auf, wie Defibrillatoren richtig genutzt werden, um weitere „Missverständnisse“ zu verhindern.

In Japan und auch vielen anderen Ländern gibt es öffentliche Erste-Hilfe-Boxen, in denen sich z.B. auch Defibrillatoren befinden. Auch medizinisch Unkundige können Gebrauch von diesen Notfallkästen machen. Und das kann wie man sieht Leben retten: Die Frau, die hier angeblich von einem Hentai belästigt wurde, überlebte dank des schnellen Eingreifens des Helfers…


Bild: © CC David Ooms via Flickr
CC Flickr-Lizenz

Kommentar verfassen