Fukushima - Auch Tiere brauchen Schutzengel | © Vine Japan via YouTube

Fukushima: Auch Tiere brauchen Schutzengel

Im Sperrgebiet um Fukushima harrt ein einsamer Japaner aus, um sich um die zurückgelassenen Tiere zu kümmern…

Ein Mann alleine in der Sperrzone

Das Tōhoku-Erdbeben am 11. März 2011 veränderte das Leben vieler Menschen drastisch. Auch heute noch ist das Gebiet im 20-Kilometer-Radius um das AKW Fukushima Daiichi Sperrgebiet. Eigentlich. Denn obwohl die Region evakuiert sein sollte, lebt in der Stadt Tomioka der 53-jährige Naoto Matsumura. Alle anderen 15.000 Bewohner leben in Evakuierungszentren.

Auch Naoto Matsumura floh als das AKW Fukushima Daiichi zu explodieren drohte. Doch Verwandte waren besorgt um die Strahlungsgefahr, gaben ihm kein Obdach. Die Flüchtlingscamps waren voll. Da kehrte Naoto Matsumura heim und plötzlich fiel ihm auf, dass seine Tiere darauf warteten, gefüttert zu werden. Er konnte sein Heim gar nicht verlassen! Er musste sich um die Tiere kümmern.

Ein Schutzengel für die Tiere von Fukushima

Das war vor vier Jahren. Heute kümmert sich Naoto Matsumura nicht nur um die eigenen Tiere, sondern auch um die, die von anderen zurückgelassen wurden. Alle konnte er nicht retten. Doch seit zwei Jahren füttert er so viele Tiere wie möglich mit der Hilfe von Spenden. Das brachte ihm den Spitznamen „Der Schutzengel der Tiere von Fukushima“ ein. Wenn es nach der Regierung ginge, wären alle Tiere in dieser Region bereits tot. Doch warum Tiere grundlos töten, wenn es auch anders geht?

Sorgen um seine Gesundheit macht sich Naoto Matsumura nicht. Er habe sich durchchecken lassen und ein Arzt hat ihm bestätigt, dass er in den nächsten 30 bis 40 Jahren nicht krank werden würde. „Dann werde ich höchstwahrscheinlich eh Tod sein. Daher könnte es mich nicht weniger kratzen“, sagt er in einem Video von Vine Japan.

Ein kalkulierbares Risiko

Dabei ist die Strahlenbelastung, die er tagtäglich ausgesetzt ist, nicht unbedenklich. Die Farm, auf der Naoto Matsumura wohnt, weist eine Strahlendosis von sechs Mikrosievert auf. Je nach Gegend ist die Region 40 Kilometer um das AKW Fukushima Daiichi herum laut Reuters mit Werten von bis zu 100 Millisievert belastet. Das kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, deutlich erhöhen.

Täglich ist jeder von uns einer gewissen Radioaktivität ausgesetzt. 3,42 Mikrosievert pro Stunde wird von der American Nuclear Society als Standardwert dafür angegeben. Das ist unbedenklich. Langstreckenflüge, Zigaretten, sogar Bananen enthalten radioaktive Substanzen, die Zellen zerstören können. Doch unser Körper kann diese Zellen normalerweise wieder aufbauen. Jedoch sollten die Werte von 5,7 Mikrosievert pro Stunde nicht überschritten werden. Dies ist in der evakuierten Zone um Fukushima herum jedoch der Fall.

Naoto Matsumara verdrängt den Gedanken daran. Eine „mögliche“ Krebserkrankung wenn er 90 Jahre alt ist, kann ihn nicht daran hindern, sich um Geschöpfe zu kümmern, die alle anderen vergessen haben…


Quelle: Vine Japan via YouTube

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