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Attack on Titan (Live-Action-Film)

Der Anime "Attack on Titan" erwacht im Live-Action-Film zum Leben
Attack on Titan (Live-Action-Film)

100 Jahre haben die Mauern gehalten, die die letzten Menschen vor den Titanen geschützt haben — bis jetzt. Denn plötzlich taucht ein Gigant auf, mit dem es kein Schutzwall aufnehmen kann. Die erste Mauer fällt. Die Titanen fallen in der Stadt ein und fressen sich satt an all denen, die es nicht mehr in den inneren Bereich schaffen. Eren überlebt knapp und schwört Rache. Gemeinsam mit seinem Freund Armin schließt er sich dem Aufklärungstrupp an und will das Loch in der Mauer flicken. Draußen warten die gefräßigen Riesen. Kann Eren da überhaupt etwas ausrichten?

Kritik zum Live-Action-Film „Attack on Titan“

Dieser Live-Action-Film wird wieder einmal die Gemüter spalten. Die einen werden den Film „Attack on Titan“ lieben — eben weil es „Shingeki no Kyojin“ ist. Die anderen werden ihn hassen — weil er den Ansprüchen nicht gerecht werden kann. Die einen feiern die bloße Existenz; die anderen kritisieren die Qualität. Wer ist der bessere Fan? Der, der seine Lieblinge gut dargestellt sehen will? Oder der, der anspruchslos alles hochfeiert? Nun… jeder hat seine Berechtigung.

Ist man objektiv, muss man leider sagen, dass der Live-Action-Film zu „Attack on Titan“ keineswegs die Klasse hat, die er haben könnte, wenn er in Hollywood, Hongkong oder gar Bollywood mit großem Budget umgesetzt worden wäre. Die Computereffekte sind teils nett anzuschauen — so wie bei dem monströsen Giganten. Doch vieles wirkt einfach weder beängstigend, noch echt. Was den Manga und auch den Anime von „Attack on Titan“ zu einem so großen Erfolg gemacht hat, waren die ausdrucksstarken Charaktere und die gruseligen Riesen. Beides fehlt im Real-Film leider. Und das kann man auch nicht mit „Wenigstens haben sie sich die Mühe gemacht“ gutreden.

Im Live-Action-Film „Attack on Titan“ fehlen nicht nur wichtige Charaktere wie Levi, die aus „ethnischen Gründen“ angeblich fehlen und weil man sich auf die Geschichte von Eren und Mikasa konzentrieren wollte. Die nun in Japan spielende Story ist ebenso flach wie die Figuren. Das liegt nicht ausschließlich an den Darstellern, die katastrophal besetzt sind. Kiko Mizuhara („Shitsuren Chocolatier“) hat so einige Probleme, die sich in die Lüfte schwingende Titanen-Killerin Mikasa zu verkörpern. Und auch Haruma Miura als Eren ist nur ein Schatten seiner selbst in Anime und Manga, wenn er sich an Strippen wie Harry Potter beim Quidditch-Spielen ungelenk umherschwingt. Hier versagt allerdings auch die Technik und schafft keine perfekte Illusion. Und wer ist eigentlich dieser Armin?

Wer den Anime kennt, wird sofort an den herausragenden Soundtrack und die Soundeffekte denken. Auch das fehlt beim Live-Action-Film „Attack on Titan“.

Es hätte jedoch schlimmer kommen können. Mir sind zumindest keine groben Schnitzer wie bei „Rurouni Kenshin“ aufgefallen. Was allerdings auch daran liegen könnte, dass große Teile des Film bei Nacht spielen und somit die Sicht doch recht eingeschränkt ist. Der Blick auf die Titanen ist schon ungruselig genug. Ihre deformierten Körper sind einer menschlicheren Variante gewichen — mit Ausnahme der Giganten. Der Film ist einer dieser Filme, bei dem der Trailer mehr verspricht als er hält.

„Attack on Titan“ ist der erste von zwei Live-Action-Filmen. Mitte September 2015 kommt Teil 2 mit „Attack on Titan: End of the World“ in Japan ins Kino und bringt hoffentlich etwas mehr Pepp ins die bisweilen doch recht überschaubare Story.

Infos zum Film
Attack on Titan / 進撃の巨人 / Shingeki no Kyojin
Shinji Higuchi
Toho, 2015
ca. 98 Min.
Darsteller: Haruma Miura, Kiko Mizuhara, Kanata Hongō, Takahiro Miura, Nanami Sakuraba, Hiroki Hasegawa

Attack on Titan - Reale Darsteller für den Anime-Kult

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@dragonviews

Redakteurin mit dem gewöhnlichsten Namen der Welt, daher auch viel mit Autorennamen unterwegs. Bloggerin, Asiennerd, Web-Samurai & Wort-Schubserin.

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