Trotzig, rotzig, trashig – eine Generation, die sich um nichts schert außer Sex, Drugs und der Überbrückung von notorischer Langeweile. Vier junge Leute suchen ihr Glück in Partys, Drogenexzessen und hemmungslosen Sexorgien. Ein Lebensabschnitt ohne Sinn und Verstand. Oder doch nicht?

Review zu Ryu Murakamis „Blaue Linien auf transparenter Haut“

Müßig geht es voran in „Blaue Linien auf transparenter Haut“, dem Erstlingswerk von Ryu Murakami. Vier junge Leute erleben „Tokio unterm Strich“: Sie besaufen sich, nehmen harte Drogen und feiern Sexorgien – miteinander, mit ausländischen GIs… Sie schwimmen in ihrem Alltag herum, ohne einen Blick auf die Zukunft zu werfen. „Que sera, sera“ – was auch immer sein wird, wird so sein – so das Motto dieser Lebensphase. Schwierig. Schwierig, weil Murakami seine Figuren im Moment schildert und dabei sehr explizit das zügellose Leben der „Jugend“ zeigt. Die Charaktere sind oberflächlich und nichtssagend. Eine Geschichte drumherum gibt es nicht. Murakami will schockieren, rebellieren. Das mag seine Berechtigung haben, ist aber nicht unbedingt für jeden die optimale Lektüre. Da sind spätere Bücher von Ryu Murakami, wie z.B. „Coin Locker Babys“ oder „In der Misosuppe“, wesentlich ausgereifter. Daher an dieser Stelle leider keine Empfehlung. Lieber andere Bücher von Ryu Murakami lesen!

Okinawa bereitete einen Fix vor, seine Nasenspitze glänzte schweißig. Ich bemerkte es und dachte, es sei wirklich ein heißer, schwüler Abend, genau wie Lilly gesagt hatte. Als sie ihren Körper – der schwer geworden sein musste – auf dem feuchten Bett rauf und runter ruckte, sagte sie in einem fort: „He, bist du gut drauf, heut ist es wirklich.“

Infos zum Buch
Ryu Murakami – Blaue Linien auf transparenter Haut: Tokio unterm Strich
Auszug: S.11
Rowohlt, 1987
3 499 12125 5