Als Knabe war Mo Yan noch nicht so weitsichtig und brachte sich in seinem Dorf immer wieder selbst in Schwierigkeiten. Doch seine Neugier und sein Eifer ließen ihn nicht nur Soldat werden, sondern eben auch Schriftsteller. Von seinem Weg erzählt er in „Wie das Blatt sich wendet“.

Review zu Mo Yans „Wie das Blatt sich wendet“

„Eine Erzählung aus meinem Leben“ ist das Buch untertitelt und spiegelt sehr schön das wieder, was man mit dem Buch erhält: eine Mini-Biographie von Mo Yan. Eigentlich sollte er über „Die großen Veränderungen des chinesischen Kommunismus in den letzten dreißig Jahren“ schreiben. Doch dazu sah er sich nicht imstande. Stattdessen schrieb er lieber über seine Kindheit, seine Zeit als Soldat und wie er schlussendlich Schriftsteller wurde. Natürlich bietet das auch Einblicke in die modernere chinesische Geschichte, wie sich China gesellschaftlich entwickelt hat und welche politischen Schwierigkeiten das mit sich brachte. Doch im Grunde ist „Wie das Blatt sich wendet“ ein nettes Erzählstück für alle Fans von Mo Yan. Wer sich also schon immer gefragt hat, warum Gaomi so eine wichtige Rolle in Mo Yans Werken einnimmt, kann er nach dem Lesen von „Wie das Blatt sich wendet“ erahnen… Es ist ein kleines Buch für den schnellen Lesequickie, das nichts Wesentliches verändert, grübeln lässt oder nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Ein netter Zeitvertreib – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Durch nichtswürdige Behandlung des eigenen Körpers andere Leute in die Enge zu treiben hat nichts Heldenhaftes! Nur Schurkenpack bedient sich solcher Methoden. Kleine Durchschnittsgauner handeln im Allgemeinen nicht so. Einem richtigen Schurken aber haften zu dreißig Prozent Heldentum an, und genauso ist ein wahrhaftiger Held immer zu dreißig Prozent ein Bandit. War He Zhiwu ein großer Bandit oder ein großer Held?

Infos zum Buch
Mo Yan – Wie das Blatt sich wendet
Hanser, 2014
Auszug: S.16
978 3 446 24338 5