Drei Freunde, eine Offenbarung. Als einer der Freunde gesteht, dass er HIV positiv ist, ist es nicht nur ein Sympathieschock für die beiden anderen. Denn beide hatten einmal eine Beziehung mit ihrem Freund. Sind auch sie infiziert? Angst? Pragmatismus? Hoffnung? Zunächst geht es auf große Reise in das Land der Pharaonen und des Totenkults: Ägypten…

Review zu Banana Yoshimotos „Sly“

Über den Tod spricht man nicht – nicht in Japan. Jedenfalls nicht öffentlich. Oder doch? Banana Yoshimoto tut es – viel und ausgiebig in fast allen ihrer Bücher. Oftmals setzt sich Yoshimoto dabei auch mit dem Übersinnlichen auseinander. In „Sly“ tut sie das sehr geschickt indem sie ihre Protagonisten nach Ägypten reisen lässt, die dann dem dortigen Totenkult begegnet. Leider ist „Sly“ doch sehr dünn und die Hintergründe zum ägyptischen Totenkult sind leider viel zu oberflächlich. Hier wäre ein bisschen mehr Detailliebe wünschenswert gewesen. Das hätte dann im Hinblick auf die Geschichte insgesamt auch größere symbolische Wirkung gehabt. Schade. Dennoch ist „Sly“ ein berührendes Buch über Freundschaft, Liebe und Tod. Ein Buch zum Nachdenken. Nicht das beste Buch von Banana Yoshimoto, aber gut im Mittelfeld angesiedelt.

Ungefähr zwei Wochen zuvor hatte ich mich mit Hideo verabredet, um unsere Testergebnisse abzuholen.
Als wir aber aus dem Bahnhof kamen, ging Hideo schleppenden Schrittes, und ihm standen im wahrsten Sinne des Wortes die Tränen in den Augen. „Ich hab Angst!“ brach es aus ihm heraus. Dieses plötzliche Anzeichen von Schwäche überraschte mich, zumal bei jemandem, der schon so viele Menschen hatte sterben sehen.
„Tja, dann lassen wir’s eben für heute“, sagte ich. „Wann passt es dir denn dann? Wir gehen auf jeden Fall zusammen hin.“

Infos zum Buch
Banana Yoshimoto – Sly
Diogenes, 2002
Auszug: S.49
3 257 06316 4