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Das Kurtisanenhaus

Das Kurtisanenhaus

Shanghai 1912: Die 14-Jährige Violet wächst in dem Kurtisanenhaus ihrer Mutter auf. Das Erste-Klasse-Haus ist beliebt bei Ausländern und Chinesen. Dennoch wird Violet geächtet als Tochter einer „Puffmutter“. Mutter Lulu hat sich mit ihrem Ruf gut arrangiert und lebt das Jetzt in vollen Zügen. Doch dann erfährt sie etwas, dass ihr Leben von Grund auf komplett ändert. Plötzlich will sie zurück in die USA – mit Violet. Im Chaos der Zeit wird Violet jedoch zurückgelassen und landet in einem zweitklassigen Kurtisanenhaus. Nun muss sich Violet entscheiden, ob sie diesen Schicksalsschlag annimmt…

Review zu Amy Tans „Das Kurtisanenhaus“

Bei Amy Tan weiß man immer, was man bekommt: Eine emotionale Familiengeschichte, ein exotisches China-Setting und Frauen, die irgendwie nicht in die Rolle passen, die ihnen ursprünglich einmal zugeteilt wurde. Auch „Das Kurtisanenhaus“ enttäuscht in dieser Hinsicht kein bisschen…

Eine vom Schicksal gebeutelte Frau flüchtet nach Shanghai, versucht dort ihre Tochter großzuziehen. Eine Welt voller Missgunst, Missverständnisse, der Wunsch nach Liebe und der nackte Kampf ums Überleben bestimmt das Leben des Mutter-Tochter-Gespanns. Versiert erzählt Amy Tan von einem Mädchen, die alles verliert und alles hinterfragen muss, was sie bislang kannte. Violet, die von ihrer Mutter alleine in Shanghai zurückgelassen wird, muss erkennen, dass ihr Status als Amerikanerin sie weder beschützt noch definiert. Sie soll ausgebildet werden zur Kurtisane und erkennt darin ihre Chancen. Mit 14 fällt sie eine Entscheidung, die die einzig mögliche ist.

Exotisch ist das Leben der Protagonistinnen in „Das Kurtisanenhaus“ – aber niemals anrüchig. Das meiste bleibt der Fantasie der Leser überlassen – oder ist gewohnt chinesisch-blumig umschrieben. Amy Tan konzentriert sich auf die emotionale Seite ihrer Figuren und schafft es so, dass der Leser nur zu gerne mit Lulu und Violet mitfiebert. Dennoch fehlt dem Buch das Besondere, das Einzigartige. Der Lauf der Geschichte ist stellenweise leider zu berechenbar.

Wer auf Frauenschmöker mit einem Hauch Exotik steht, der wird „Das Kurtisanenhaus“ lieben. Trotz der Dicke von 700 Seiten ein kurzweiliger und leichter Leseschmaus für Fans von Lisa Sees „Tochter des Glücks“, Tanja Kinkels „Manduchai“ oder Anchee Min.

Um deinem Freier Selbstvertrauen zu geben, musst du seine Rute immer als Krieger oder Drachenkopf bezeichnen. Darüber freut sich jeder Mann. Es kann passieren, dass du mit einem Mann zusammen bist, der auf der Abendgesellschaft noch sehr männlich wirkte, sich später aber schämt, dass sein Krieger eher ein Fußsoldat ist.

Infos zum Buch
Amy Tan – Das Kurtisanenhaus
The Valley of Amazement
Goldmann, 2015
Zitat: S.213
978 3 442 46787 7

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@dragonviews

Redakteurin mit dem gewöhnlichsten Namen der Welt, daher auch viel mit Autorennamen unterwegs. Bloggerin, Asiennerd, Web-Samurai & Wort-Schubserin.

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