Ein buddhistischer Abt erklärt die Welt und die Welt hört zu. In kleinen Erzählungen berichtet Ajahn Brahm vom Lauf der Welt und wie sich auch negative Entwicklungen im Leben nahtlos in ein unbeschwertes Leben einfügen können – allein durch die Welt der Gedanken und Empfindungen. Liegt in diesem Buch der Schlüssel zum ganz großen Glück?

Review zu Ajahn Brahms „Der Elefant, der das Glück vergaß“

Es ist eine regelrechte Bewegung, die buddhistische Leitfiguren wie Ajahn Brahms zu Alltagshelden gemacht hat. Die Bücher des in Australien lebenden Abts sind Bestseller. Warum? Weil sie mit kleinen Geschichten alltägliche, verzwickte Situationen auflösen, über die wir uns normalerweise viel zu viel Gedanken machen. Manch einer mag kritisieren, dass man sich Ärger, Missgeschicke oder Unglück auf diese Weise einfach „schön“ redet. Dem kann man schwer widersprechen. Die Kunst des Umgangs mit schwierigen Situationen ist eine angemessene Geisteshaltung. Muss ich mich persönlich angegriffen fühlen? Nein. Muss ich mit meinem Schicksal hadern? Nein. Ist mein Leben glücklicher, wenn ich Dinge auch einfach mal so akzeptiere wie sie sind? Ja. Natürlich. Insofern kann „Der Elefant, der das Glück vergaß“ dem ein oder anderen sicherlich Trost spenden, dunkle Momente erleuchten, triste Tage erheitern.

Eine Warnung muss man in Bezug auf „Der Elefant, der das Glück vergaß“ jedoch aussprechen: Nicht alles, was Ajahn Brahm in seinen Geschichten so locker als Lösung anpreist, wird von jedem gutgeheißen und sollte es vielleicht auch nicht. Geradezu erschreckend sind Sätze wie: „Sie können von Glück sagen, dass Sie vergewaltigt worden sind.“ (S.152). Hintergrund ist der, dass ein Vergewaltigungsopfer eines Tages vielen Menschen mit ihrer Erfahrung helfen können wird. Die Herleitung dieser Ansicht vertritt Ajahn Brahm mit Mitgefühl und Logik – ob das aber immer ein Trost ist, darf man bezweifeln. Genauso verhält es sich mit anderen Situationen, wo man die „Alltagstauglichkeit“ von Brahms Weisheiten bezweifeln kann. Zu fern scheinen die Ansichten von der gelebten Wirklichkeit.

„Die Kuh, die weinte“ hat mir von Ajahn Brahm persönlich um einiges besser gefallen, weil die Geschichten mir „praktikabler“ erschienen. „Jünger“ von Ajahn Brahm werden mit beiden Büchern ein kleines bisschen Erleuchtung finden.

Das war ein Zeichen. Von dem Tag an sah die junge Frau in der Mutter ihres Mannes die Verkörperung der Göttin des Mitgefühls.
Diese grundsätzliche Veränderung in ihrer Einstellung gegenüber der Schwiegermutter hatte zur Folge, dass sich deren Negativität allmählich legte. Sie begann Gefallen an der Frau ihres Sohnes zu finden und bald wurden die beiden gute Freundinnen.

Mehr Infos zum Buch
Ajahn Brahm – Der Elefant, der das Glück vergaß: Buddhistische Geschichten, um Freude in jedem Moment zu finden
Lotos, 2015
Auszug: S.154/155
978 3 7787 8251 4