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Die jungen Tänzerinnen von Pjöngjang / A State of Mind

Die BBC begleitet die beiden jungen Eliteturnerinnen Hyon-sun und Song-yon bei ihren Vorbereitungen auf die „Mass Games“ – Massenaufführungen, aufs genauste durchchoreographiert und perfekt inszeniert, die zu bestimmten Feiertagen und zu Ehren der Republik, des großen Führers Kim Il-sung und des Herrn Generals Kim Jong-il in Nordkorea seit 1946 stattfinden. Selbst bei Minusgraden trainieren die 13-jährige Gruppenführerin Hyon-sun und die 11-jährige Song-yon bis zu zehn Stunden, um schließlich in einer der Gymnastikgruppen zu tanzen, die in der Abschlussaufführung vor dem Herrn General auftreten dürfen. Sowohl dem Alltag der Mädchen, als auch deren Familienleben, sowie einem kleinen Exkurs in die nordkoreanische Geschichte widmet sich die Reportage.

REVIEW zu „Die jungen Tänzerinnen von Pjöngjang / A State of Mind“

[column size=one_third position=first ][rwp-review id="0"][/co[/column] [col[column size=two_third position=last ] Zwar wurden die Reporter stets von nordkoreanischen Übersetzern und Führern begleitet, doch laut Journalist Daniel Gordon wurde nie versucht, die Reportage zu zensieren oder aktiv in die Beitragsgestaltung einzugreifen – ungewöhnlich für das ansonsten so verschlossene Land. Aber doch kein Wunder: So werden dem Zuschauer hier vorbildliche Kommunisten präsentiert, die, mit gut entwickeltem Gemeinschaftssinn und getreu der offiziellen Linie, offen ihre Hingabe für Republik und Führung präsentieren. Diese Hingabe ist jedoch nicht unbedingt überraschend: Immer wieder wird das Alltagsleben der Familien durch Evakuierungsübungen unterbrochen, die dem Schutz vor möglichen Angriffen durch die Amerikaner dienen. Im Wohnblock von Hyon-suns Familie steht in jeder Küche ein Lautsprecher des staatlichen Rundfunks, der zwar leiser, aber nicht ausgestellt werden kann. Die Mädchen werden auf Synchronisation und Gruppenidentität gedrillt und sind dabei doch irgendwie ganz normale Teenager. Das Training ist hart und fällt den beiden manchmal doch schwer – die knappen Lebensmittelrationen und die teilweise ungenügende Stromversorgung machen das Alltagsleben dabei nicht unbedingt leichter.[/co[/column]

Auf Verteufelungen des Regimes wurde hier verzichtet – die Bilder sprechen für sich und geben einen Einblick in den nordkoreanischen „Vorbildsalltag“ (das Leben in Pjöngjang kann kaum als repräsentativ für Nordkorea gelten). Also: faszinierende Bilder und Einblicke in eine isolierte Gesellschaft mit dem vortrefflich gewähltem Titel „A State Of Mind“.

Geeignet für: Junk-Food-süchtige Couch Potatoes – ein bisschen mehr Disziplin, Genossen!

Einschätzung: Fördert den universalen Gemeinschaftssinn!

Infos zur Reportage
Regie: BBC
Label: BBC / Arte France / Passion Pictures
Titel: Die jungen Tänzerinnen von Pjöngjang
Originaltitel: A State of Mind
Kategorie: Filmkritik / Korea

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