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Norddeutsches Kyuturnier 2013 (Kendo): Der beste Men-Schlag aller Zeiten

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Ja, ja, ich weiß, die Überschrift suggeriert, dass ich das „Beste Men aller Zeiten“ geschlagen habe… Hab ich auch 😛 Hö, hö. Natürlich nur in meinem kleinen ganz persönlichen Universum. Ich habe etliche Men-Schläge auf dem Norddeutschen Kyuturnier 2013 gesehen, die wesentlich besser waren. Aber darum geht es jetzt nicht. Was ich damit sagen will: Ich habe endlich den ersten Men-Treffer (Katate) gelandet, der objektiv gesehen „gut“ war. Nicht grandios, aber gut. Hatte ich frühestens nächstes Jahr erwartet, daher bin ich gestern erst einmal in Euphorie ausgebrochen. Über irgendetwas muss sich der Mensch ja freuen.

Das Norddeutsche Kyuturnier wurde auch 2013, wie jedes Jahr, vom Hamburger Alster Dojo ausgerichtet und die Teilnehmerzahl war sogar so groß, dass die Pools in beiden Hallen ausgetragen werden mussten.

Da mein Kendo-Jahr bislang eher bescheiden lief und ich immer noch auf eine „Energiewende“ warte, hab ich morgens schon einmal mit Club Mate anfangen und bin dann mittags auf das richtig harte Zeugs (Dr. Pepper) umgestiegen. Mit so viel Koffein und Zucker im Blut war ich dann auch halbwegs fit fürs Turnier und habe mich besonders gefreut, so viele bekannt Gesichter wiederzusehen. Die Schweriner waren wieder da, die Berliner, Herrenburg war da und auch Kiel war vertreten.

Ich war in einem Pool mit zwei Berlinern und als ich meine beiden Gegner im ersten Kampf kämpfen sah, konnte ich mir ein: „Shit. Warum krieg ich immer die Rüpel?“ nicht verkneifen. Einer der Herren schubste fleißig und bekam dafür sogar einen halben Strafpunkt. Grund: Das Schubsen erfolgte nicht aus einer Aktion heraus, sondern aus dem Stand. Und das ist nun einmal ein Foul. Ich sah mich daher schon wieder wie eine Schildkröte am Boden liegen… Also immer lächeln und winken 😉

Darf man eigentlich sagen, dass man vor dem ersten Kampf beinahe ins Men gereiert hätte oder ist das unehrenhaft? Egal, ich bin eh kein gutes Vorbild. Wenn man eh schon Panik vor Wettkämpfen hat, hilft es auch nicht unbedingt, wenn der Teamkollegen anderen sagt: „Die ist gut“. Vor allem nicht, wenn es nicht so ist… (Ich hoffe, derjenige fühlt sich angesprochen und spürt mein mahnendes Auge auf sich ruhen, wie das Unheil verheißende Auge von Sauron!).

Nun denn: erster Kampf mit (sauberem) Men. Da konnte man mal sehen, wozu Koffein, Zucker und Adrelin einen führen können. Aufstehen, ins Jodan, Kiai und Angriff. Pong. Durchlaufen. Seme. Punkt. Das „beste Men aller Zeiten“. Die Masse jubelt. Ja, ja, das ist jetzt etwas euphorisch ausgedrückt. ABER: Ich habe nicht nur getroffen, sondern bin auch durchgelaufen. NICHT durchgehoppelt! Durchgelaufen! Hach, ich bin so stolz… Für andere ist das ganz normal. Für mich nicht. Ich habe 2 1/2 Jahre mit Chudan gebraucht, bis ich das halbwegs hinbekommen hab, daher hab ich mit Jodan eine ähnliche Trainingszeit erwartet. Ich bin halt von der langsamen Sorte.

Danach war die Luft raus. Ich war zufrieden und das stählt nicht unbedingt den Kampfgeist… *hüst*. Mein (noch sehr junger) Gegner hat mir dann zwei wunderschöne Men übergezogen und den Kampf gewonnen.

Der zweite Kampf war weniger energisch, weil: Luft war halt raus. Überraschung: Der gewähnte Rüpelkampf war sehr harmlos. Mein Gegner wollte mit Jodan kontern und traf oft besser als ich. Blöd nur: Er hat genau das gemacht, was ich sonst mache – treffen und stehenbleiben. Kein Seme. Sonst hätte er den Kampf meiner Ansicht nach gewonnen. Hat er nicht, ich hatte Glück. Irritiert war ich hinterher jedoch ein wenig von dem Kommentar, dass man gegen Frauen ja nicht richtig kämpfen könne. Warum? Weil man da nicht schubsen darf? Darf man bei Männern auch nicht, wenn’s nicht Teil der Aktion ist. Ganz einfach. Wir sind hier ja nicht beim Sumo, wo man Leute aus dem Stand einfach aus der Kampffläche schubst. Und genau daran hat mich das erinnert. Wer sauer ist, weil er das bei Frauen ja nicht bringen kann, der hat es nicht verstanden. Sorry…

Die Punktevergabe beim Kampf habe ich allerdings auch nicht so ganz mitbekommen. Zeitgleich zum Norddeutschen Kyuturnier fand ein Kampfrichterlehrgang statt und da gab es mehrere Zusammenkünfte der „Neu-Kampfrichter“, bevor es zu Entscheidungen kam. Ich hab den Kampf jedenfalls gewonnen – irgendwie…

Raus aus dem Pool, rein in die K.O.-Runde und ab in den Kampf gegen einen der Favoriten. Immer noch höchst zufrieden mit einem einzelnen Men-Schlag aus dem ersten Kampf und in vollem Bewusstsein darüber, dass mein Gegner viel besser und schneller war als ich, war der Kampf meinerseits entsprechend… suboptimal. Kaum Bewegung, kaum Angriffe, viel zu dicht gestanden – ich habe noch nicht einmal geschwitzt! Es tut mir ja leid, aber ich werde nie eine grandiose Kendoka und so bescheiden, wie das Jahr bislang verlief, brauchte ich mal einen Lichtblick und über den hab ich mich tierisch gefreut. Da war mir dann alles andere egal. Ich weiß, das ist eine furchtbare Einstellung und keine gute Voraussetzung für Kämpfe, aber was soll ich machen? So bin ich halt 🙂

Kampf also verloren, rausgeflogen. Dafür, dass meine größte Sorge war, mein Men sauber zu halten, war’s dennoch ganz okay. Irgendwann krieg ich das mit dem Kopf schon hin…

Aber ich muss sagen: Ich hab viele tolle Kämpfer gesehen und viele, die sich ein ganzes Stück weiterentwickelt haben. Echt klasse! Auch wenn es die üblichen Verdächtigen dann im Finale unter sich ausgemacht haben, haben auch einige mit weniger Wettkampferfahrung wirklich gute Leistung gebracht. Sie hatten halt ein bisschen Pech mit ihren Gegnern, aber Respekt: die Entwicklung und der Kampfgeist stimmen. Ich gelobe Besserung und werde mir ein Beispiel an ihnen nehmen – wenn meine Mandeln abgeschwollen sind… Dann arbeite ich am „Men of the Universe“ 😛

In diesem Sinne: Work it harder!

XOXO
Euro Anja

p.s. Notiz an mich selbst:
– ältere Notizen beherzigen (–> Kerle auf Abstand halten, –> nicht ablenken lassen)

p.p.s. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen… ööööh… okay, dafür gibt es keine Ausreden, ich geh dann mal in Schande sterben… 😉

Nachtrag:
Mist! Jetzt hab ich doch noch Mecker gekriegt wegen der Nicht-Performance beim Turnier. Dabei hatte ich gerade gedacht, ich wäre damit durchgekommen, gewisse Aspekte überzubetonen, um andere genial zu vertuschen… „-.-

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