Shin Godzilla

Shin Godzilla: Und da ist er wieder!

Merkwürdiges tut sich in der Bucht von Tokio in „Shin Godzilla“. Beim Versuch, eine verlassene Yacht zu untersuchen, wird ein Boot der japanischen Küstenwache zerstört. War es ein Seebeben? Ein Vulkanausbruch unten im Meer? Oder doch ein Lebewesen? Letzteres wird zunächst als absurd abgetan. Doch dann taucht ein Video auf, dass eben genau das vermuten lässt. Kurze Zeit später nähert sich das Monster der Küste. Und tatsächlich schafft es Godzilla bis nach Tokio. Kann Japan noch gerettet werden?

Filmkritik zu: Shin Godzilla

Shin Godzilla - Der neue Godzilla
Was könnte besser in unsere Zeit passen als ein Godzilla-Film? Ein Monster, geschaffen durch Atomkraft, greift seinen Erschaffer an – den Menschen. Wenn man bedenkt, dass nach dem Fukushima-Vorfall 2011 immer noch radioaktives Material ungehindert ins Meer fließen soll, ist es durchaus vorstellbar, dass dies auch für die Meeresbewohner gewisse Konsequenzen zur Folge hat. Gut, einen Godzilla werden wir zu Lebzeiten wohl (hoffentlich) nicht sehen. Das macht das Szenario jedoch nicht weniger gruselig.

Fukushima als Inspiration?

Und nun kommt der 29. Toho-Godzilla-Film mit einem ganz eigenen Plot und sensationeller Computergrafik. Nicht. Es war aber auch nicht wirklich zu erwarten, dass sich «Shin Godzilla» von seinem Vorgänger «Godzilla Final Wars» in irgendeinem Aspekt revolutionär abheben würde. Wenn da nicht die Fukushima-Katastrophe wäre, die dem ganzen Film einen gewissen Beigeschmack gibt. Die unfähige alte Politgarde, die lieber stillschweigend abwarten will, wird einen aufmerksamen Nachrichtenleser an eben die Politiker erinnern, die nach Fukushima nur allzu gerne bestätigten: «Ja, wir haben alles unter Kontrolle.»

Wie viel «Shin» (’neu‘) ist in Shin Godzilla?

Das ist jedoch keine Neuerfindung von «Shin Godzilla». Diese Art der unfähigen Bürokraten gab es bereits in früheren Godzilla-Filmen. Auch die «jungen Wilden», die ganz altruistisch die Welt retten wollen, gab es schon immer in der Monsterfilmreihe. Ein großes Buh geht an dieser Stelle an die amerikanische Ermittlerin, die in jeder Situation besonders sexy und trendbewusst daherkommt, zwischendurch bei Zara einkaufen will und nebenbei ihre Kandidatur als Präsidentin im Auge hat. Nochmal: Buh! Auch einige «Abwehrmaßnahmen» sind selten abstrus konstruiert. Aber nun ja: Es ist halt ein Toho-Godzilla. Man beachte allerdings den Zug. Da kommt fast ein bisschen Nostalgie auf.

Eine große Neuheit kann «Shin Godzilla» jedoch präsentieren: die Evolution von Gojira! Das ist jetzt nicht gespoilert, da das Merchandising hier sehr offensiv ist. Japans Fanshops sind voll von diversen Figuren, die Godzilla in seinen unterschiedlichen Stadien zeigen. Und auch bei uns gibt es inzwischen so einiges davon zu kaufen. Ob das der Grund für den großen Kinoerfolg in Japan war? Schwer zu sagen. Sicher ist: Godzilla hat in Japan eine riesige Fangemeinde. Und wer sich dazu zählt, sollte «Shin Godzilla» auch nicht verpassen. Für den Blockbuster erprobten Kinogänger ist «Resurgence» garantiert nichts. Dafür wirkt er zu sehr wie ein B-Movie.

Godzilla Trailer

Infos zum Film: Shin Godzilla

Originaltitel: シン・ゴジラ Shin Gojira

Regie: Hideaki Anno, Shinji Higuchi

Produktion: Toho, 2016, ca. 119 Min.

Darsteller: Hiroki Hasegawa, Yutaka Takenouchi, Satomi Ishihara

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