Sujata Massey: Zuflucht im Teehaus

Zuflucht im Teehaus

Gerade als sich Rei Shimura von ihrem letzten Abenteuer erholt hat, droht neuer Ärger: Im Auftrag einer einflussreichen Kundin kauft Rei eine Kommode, die sich bald als Fälschung herausstellt. Um ihren Ruf als Antiquitätenhändlerin nicht völlig zu zerstören und auch finanziell mit einem blauen Auge davon zu kommen, versucht Rei den Verkäufer ausfindig zu machen. Mit Hilfe des jungen Autoverkäufers Jun gelingt ihr das auch -doch der Verkäufer stirbt auf ominöse Weise in dem verschlossen Wagen des hilfsbereiten Japaners. Um Jun zu helfen, flüchtet Rei so oft wie möglich aus der Wohnung ihres Freundes Hugh, dessen Bruder Angus ihr derzeit das Leben schwer macht, und begegnet dabei der Judoka Akemi, die ein auffällig verdächtiges Interesse an Rei zu haben scheint.

Sujata Massey: Zuflucht im Teehaus – Kritik

Ungewöhnlich sportlich jagt Rei Shimura in „Zuflucht im Teehaus“ den Verbrechern hinterher. Widerwillig lässt sie sich zum Joggen überreden und klettert auf Hochhäusern von einer Wohnung in die nächste. Dabei nähert sie sich, ohne es zu wissen, Schritt für Schritt immer mehr dem Mörder. Nebenbei erfährt man, warum besonders Frauen Guinness trinken sollten, dass Schotten auch nur Menschen sind und Zen-Buddhisten sich nicht immer „Zen-like“ benehmen. Und: Shimura-san kämpft immer noch mit der japanischen Gesellschaftsetikette, die nicht nur Rei, sondern auch den schottischen Anwalt Hugh beinahe ruiniert -solider Fortsetzungskrimi mit multikultureller Färbung.

«Sie hat bloß zwei von den Schokoladenplätzchen gegessen. Ich hatte doch keine Ahnung, dass sie gleich umkippen würde!» Angus kriegte sich nicht mehr ein vor Lachen.
«Die Schokoladenplätzchen… hast du die etwa mit Marihuana gebacken?» Ich gab mir alle Mühe, mich zu beherrschen.
«Nein, mit Haschisch. Die waren ja nicht für alle gedacht, aber Rei hat gesagt, ich soll sie auf das Tablett mit den Nachspeisen legen!» Angus konnte nicht aufhören zu lachen.
«Hast du das aus Thailand mitgebracht oder von deinen feinen neuen Freunden gekauft?» fragte ich. Dabei erinnerte ich mich wieder an den Club Isn’t It, wo ihm so plötzlich das Geld ausgegangen war.
«Pscht, Rei», sagte Hugh. «Ich versuche gerade herauszufinden, ob die Dinger immer noch auf dem Tablett liegen.»
«Ich wollte sie wegnehmen, aber Akemi hatte grade zwei gegessen, und vor ihr konnte ich das ja wohl nicht machen», erklärte Angus.
«Halt die Leute vom Partyservice auf», sagte Hugh zu mir. «Mr.Sendai ist ganz scharf auf Schokolade. Wer weiß, wer sonst noch eine Leidenschaft dafür hat!»

Geeignet für: tollkühne Weltenbummler

Einschätzung: Zu viele Schotten verderben das Liebesleben

Infos zum Buch
Sujata Massey – Zuflucht im Teehaus
Kabel / Piper, 1998 / 2003
3 8225 0518 8 / 3 492 23556 5
Auszug: S.124/125

[rwp-review id="0"]

Kommentar verfassen