Yoko Ogawa - Der Herr der kleinen Vögel

Der Herr der kleinen Vögel

Sein Bruder lebt in einer anderen Welt, erfindet seine eigene Sprache – vogelsgleich melodisch. Doch das ist nicht das einzige, was den „Herrn der kleinen Vögel“ ausgezeichnet. Er kümmert sich liebevoll um eine Vogelvoliere, vergisst die Welt um sich herum, wird zum Vogelexperten und wird dennoch nie akzeptiert als das, was er ist. Doch es gibt eine letzte Chance…

Review zu Yoko Ogawas „Der Herr der kleinen Vögel“

Mit „Der Herr der kleinen Vögel“ erzählt Yoko Ogawa eine außergewöhnliche Brudergeschichte. Der eine ist geistig herausgefordert, der andere kümmert sich rührend um ihn, opfert sich auf und teilt die Liebe für Vögel mit ihm. Er wird zum Vogelexperten, kümmert sich um eine Voliere in einem Kindergarten. Gedankt wird es ihm selten. Im Gegenteil. Beide sind und bleiben Außenseiten, merkwürdige „Typen“, denen man scheinbar alles zutraut. Eine anrührende Geschichte über den Lauf der Welt, ums Dazugehören, ums Anderssein und über die Liebe zu Vögeln. „Der Herr der kleinen Vögel“ ist nicht ganz so ausdrucksstark wie „Das Museum der Stille“ oder „Liebe am Papierrand“, aber Yoko Ogawa schafft es auch hier, für die kleinen Dinge zu faszinieren und uns selbst kritisch zu hinterfragen. Eine wunderbare Sommerlektüre.

Der Vogel übermittelte eine Nachricht von seinem Bruder, deshalb sang er so inbrünstig. Bald stimmte in anderer Vogel ein neues Lied an, gefolgt von einem zweiten und dritten, bis die Gesänge sich überlagerten. Mit gesenktem Blick stand er da. Still.

Infos zum Buch
Yoko Ogawa – Der Herr der kleinen Vögel
Kotori
liebeskind, 2015
Auszug: S.106
978 3 95438 050 3

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