Shuichi Yoshida: Villain

Auf dem Mitsuse Pass wird eine Leiche gefunden. Die junge Frau scheint im ersten Moment, ein völlig normales Leben geführt zu haben. Daher wird als erstes ihr Freund verdächtigt, der noch aufs College geht. Der ist jedoch spurlos verschwunden – ein Schuldeingeständnis? Doch als die Ermittlungen fortschreiten, wird schnell klar, dass die junge Frau ein geheimes Zweitleben führte: Sie verabredete sich übers Internet mit Männern und der Verdacht liegt nahe, dass sie dafür bezahlt wurde. War es ein Unfall oder doch ein grausam geplanter Mord?

Shuichi Yoshida: Villain – Kritik

Kritik zu Shuichi Yoshidas „Villain“

Shuichi Yoshidas „Villain“ wird zwar als Thriller verkauft, ist aber eher ein Crime-Drama. Es wird die Geschichte der jungen Versicherungskauffrau Yoshino erzählt, die neben ihrem langweiligen Alltag von der großen Liebe träumt. Sie hat es schwer mit den Männern und trifft sich daher auch mit Fremden, die sie übers Internet kennengelernt hat. Doch ganz so harmlos, wie sie tut, ist die Dame nicht und ist gewissen Verlockungen nicht abgeneigt. Rückblickend erzählt nun Shuichi Yoshida aus verschiedenen Perspektiven, wie Yoshino ihren Mörder kennenlernt. Der Schreibstil von Shuichi Yoshida ist flüssig, lebendig und atmosphärisch, nimmt den Leser mit auf diese Murder-Mystery-Reise. Sie reißt einen jedoch nicht vom Hocker. Es fehlen echte Spannungsmomente, wie man sie in einem Thriller erwarten würde. Zudem sind die Charaktere so ausgelegt, dass man eher Verständnis für die möglichen Täter als für das Opfer hegt – ungünstig, wenn zur Jagd auf ein Monster geblasen wird… Wer bei „Villain“ also einen lupenreinen Thriller erwartet, der wird enttäuscht werden. Als Drama mit Murder-Mystery-Hintergrund liest sich der Roman allerdings gut – auch wenn er nichts mordsmäßig spannend ist. Aber immerhin eine solide Geschichte, schön umgesetzt.

But the news flash was about a bus hijacking. For a second she was relieved, but then she couldn’t believe her eyes. On the screen flashed the name of the highway bus she’d been about to board.
„What the –?“ Mitsuyo yelled in the empty apartment. She hurriedly switched to another channel and there was a live report on the hijacking. „My God. I can’t believe this…“ She hadn’t planned to say this aloud. but the words just came out. […]
Phone in hand, Mitsuyo couldn’t take her eyes off the screen. The bus sped up and barely slipped by several unsuspecting cars.
„I… I was supposed to be on that bus. On that same bus.“ Mitsuyo muttered as she stared at the screen.

Geeignet für: entspannte Feierabende

Einschätzung: Kriminalistisches Drama mit lebendigen Perspektiven

Infos zum Buch
Shuichi Yoshida: Villain
Vintage, 2011
978 0 099 526 650
Auszug: S.128/129

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