Sujata Massey: Japanische Perlen

Japanische Perlen

Rei muss sich notgedrungen an ein Leben in Washington gewöhnen. Die japanischen Behörden haben sie ausgewiesen und ein baldiges Zurück nach Japan ist nicht wahrscheinlich. Doch auch so hat Rei genug Sorgen: Die Hochzeit mit Hugh naht, Tante Norie ist zu Besuch und dann wird auch noch Reis Cousine Kendall bei einem Dinner entführt -und das ausgerechnet als Rei endlich einen Job in einem japanischen Restaurant gefunden hat. Kendalls Verschwinden ist jedoch nicht das einzige Geheimnis, dem sich die Halbjapanerin Rei widmen muss. Kaum hat Rei ihren neuen Job angetreten lernt sie Andrea kennen, deren japanische Mutter vor 30 Jahren ebenfalls urplötzlich verschwunden ist. Kurz darauf wird in Andreas Wohnung und ins Restaurant eingebrochen. Und dann gerät Rei selbst in die Fänge der Entführer, die keine Skrupel kennen…

Sujata Massey: Japanische Perlen – Kritik

Auch wenn „Japanische Perlen“ nicht in Japan spielt, sind Reis Abenteuer in Washington mit den gleichen Problemen belastet, wie in ihrer Lieblingsstadt Tokyo. Tante Norie mischt sich in die Hochzeitsvorbereitungen ein, Cousine Kendalls Anhänglichkeit übersteigt die von Rei bei weitem und Rei ist sich noch nicht einmal sicher, ob sie für eine feste Bindung bereit ist. Der fleißige Sujata Massey Leser ist sich natürlich bewusst, dass Rei noch nicht reif für die Ehe ist… Neben diesen kleinen persönlichen Katastrophen muss sich Rei in diesem Buch vor allem dem Schicksal japanischer Kriegsbräute widmen. Diese wurden nach dem zweiten Weltkrieg meist von ihren Familien verstoßen, da sie amerikanische Soldaten heirateten und mit diesen in die U.S.A. gingen. Dort empfingen sie persönliche Anfeindungen, kulturelle Unterschiede und Ehemänner, die nach den Flitterwochen plötzlich ganz andere Erwartungen an sie hatten. Interessante Einsichten in amerikanisch-japanische Beziehungen und eine spannend erzählte Kriminalgeschichte vermischen sich in „Japanische Perlen“ mit schnulzigem Liebesgeplänkel zu einem wunderbaren Wochenendschmöker.

«Yes. I come from Yokohama, which is one-half hour south of Tokyo,» Norie said.
«Oh, yes. The lovely city with the famous iris gardens, and a Chinatown full of delicious restaurants – »
«You know it!» Norie beamed.
«I was in Japan first in the seventies, and it is still one of my favourite countries to visit,» Harp Snowden said. «I love all the traditions, how time seems to have stood still.»
A babble of men’s voices increased as if they wanted to move on to something really important. But Norie’s voice rose as clear as a shakuhachi flute above them. «How nice!» she said. «You must visit again. The women drive, the stoves have ovens and so on.»
«Excuse me?» The senator put down his glass and looked at her more closely.
«A mineral water, and a glass of the Horton viognier!» I blurted out, desperate to change the subject. But Phong ignored me, as if he’d become spellbound by the increasingly bizarre exchange between my aunt and the senator.

Geeignet für: lange Wochenenden

Einschätzung: Politisch angehauchte Krimiromanze mit Witz

Infos zum Buch
Sujata Massey – Japanische Perlen
Harper Collins / Piper, 2005 / 2006
0 06 059790 0 / 978 3 492 27100 4
Auszug: S.146

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