Die Stunde des Samurai

Die Stunde des Samurai

Im Jahre 1861 erreichen drei amerikanische Missionare Tokyo und werden von Fürst Genji aufgenommen. Doch schon bald befinden sie sich inmitten von Intrigen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Die 17jährige Emily nähert sich Genji immer mehr an, der noch eine Affäre mit der hübschen Geisha Heiko hat. Heiko steht jedoch in den Diensten von Kawakami, dem Chef der Geheimpolizei, der Genji und seinen Clan endgültig stürzen will. Kawakami hat einen Killer auf den Fürsten und seine ausländischen Gäste angesetzt – er hat jedoch nicht erwartet, dass sich unter den Missionaren ein Revolverheld versteckt. Und so muss eine letzte Schlacht auf Leben und Tod das Schicksal von Genji und seinen Gästen bestimmen.

Wer bereits Matsuoka Takashis „Die Geliebte des Samurai“ gelesen hat, dem werden so einige Figuren aus „Die Stunde des Samurai“ verdächtig bekannt vorkommen. Matsuoka hat schlicht aus einer Geschichte zwei Bücher gemacht, die sich stellenweise nicht nur überschneiden, sondern identisch sind. Während „Die Geliebte des Samurai“ vor allem die weiblichen Perspektiven schildert, geht „Die Stunde des Samurai“ mehr in Details und erzählt die Geschichte vom Fürsten Genji und seinen ausländischen Gästen ausgewogener. Die hellseherischen Fähigkeiten werden hierbei nicht so stark hervorgehoben wie in „Die Geliebte des Samurai“. Fürstin Shizuka spielt hier nur eine Nebenrolle. Da sich viele Figuren und Szenen gleichen – und auch der Schluss Lesern des anderen Buches bekannt ist – ist „Die Stunde des Samurai“ stellenweise sehr langatmig. Zudem werden unwichtige Szenen unnötig in die länge Gezogen, sodass Detailleser kein Vergnügen an diesem Roman haben werden. Dafür ist das Grundgerüst des Romans spannender als die lahmende Romanze zwischen Genji und Emily in „Die Stunde des Samurai“. Intrigen, Schwertkämpfe und Liebesgeschichten – das Buch bietet alles, was zum Schmökern notwendig ist – wenn da nur nicht die lästigen Wiederholungen wären… Fans von „Die Geliebte des Samurai“ werden sich jedoch über Hintergründe freuen, die ihnen bislang vorenthalten wurden. In beiden Romanen sind Details zu finden, die im jeweils anderen nicht bekanntgegeben werden. Wer die Geschichte also in allen Einzelheiten erfahren will, muss wohl oder übel beide Romane lesen.

Ausgeschlossen, dass Genji sie persönlich in seine Dienste nahm. Er wusste nicht einmal, wo er sie finden sollte. Sein Reich bestand aus Sake und Geishas und nicht aus Spionen und gedungenen Mördern. Außerdem, welcher Ninja würde dem Wort eines solches Schwächlings glauben? Es sei denn, auch sie wären durch die närrischen Geschichten über seine prophetische Gabe beeinflusst. Nein, Ninjas waren tief in den Realitäten des Lebens verwurzelt. Sie ließen sich nicht so leicht in die Irre führen.
Damit blieb nur noch ein einziger Kandidat übrig: Kawakami. Es war bekannt, dass Ninjas im Auftrag der Geheimpolizei des Shogun im Einsatz waren. Hatte das Spürauge die ganze Zeit über geplant, Sohaku und Kuno auszuschalten, um Genji zu schwächen?

Geeignet für: begeisterte Fans von „Die Geliebte des Samurai“

Einschätzung: Aus eins mach zwei

[xrr rating=2.5/5.0]

Autor/in: MATSUOKA Takashi

Quelle

* © (Zitate/Cover/Screenshots/Scans)
* Verlag: Goldmann
* Ausgabe: Taschenbuch
* Jahr: 2004
* ISBN: 3 442 45876 5
* Auszug: S. 394 / 395

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