die-samurai-teaser

die-samurai

Einst bildeten sie die politische und soziale Elite Japans: die Samurai. Doch wie entstand der von Legenden umwobene Kriegerstand? Und wie kam es zu seinem Niedergang? „Die Samurai“ erzählt von legendären Kämpfern und Schlachten und erläutert die Geschichte der Samurai von der Antike bis zum 19. Jahrhundert. Auf Waffen und Rüstungen wird ebenso eingegangen wie auf den Ehrenkodex »Bushido«. Zum Abschluss wird noch einmal kurz auf das Genre der Samurai-Filme verwiesen.

REVIEW / KRITIK

„Die Samurai“ beginnt mit der Geschichte der sagenumwobenen 47 Samurai – eine in Japan immer noch gerne bemühte Parabel für Solidarität und Loyalität, die jedes Jahr zahlreiche Touristen zum Sengaku-Tempel lockt – denn dort befindet sich die Grabanlage auf der eben diese berühmten Krieger bestattet wurden. Die Geschichte bietet den perfekten Einstieg in eine lange gehegte Tradition, die offiziell im 19. Jahrhundert abgeschafft wurde: die der Samurai.

Reich bestückt mit vielen interessanten Details erläutert Japan-Experte Wolfgang Schwentker in „Die Samurai“ jedoch nicht nur die Geschichte einer Kriegerklasse. Das Buch gibt auch einen Einblick in japanische Gesellschaftsstrukturen und Kulturverständnis. Es erzählt von Gempei-Krieg, Mongolen-Invasion, inneren Machtkämpfen und dem «Weg des Kriegers». Schwentker widmet sich sogar den Samurai-Filmen, insbesondere Kurosawa Akiras Kultstreifen „Die 7 Samurai“. Bei seinen Ausführungen achtet der Autor auch darauf, feine Unterschiede zwischen westlichem und japanischem Verständnis zu beachten (z.B. »harakiri« vs. »seppuko«).

Wichtige Begriffe werden mit der japanischen Übersetzung (in Umschrift) angegeben. Zudem enthält das Buch ein knappes Glossar, in dem japanische Begriffe noch einmal erklärt werden. Leider begeht Schwentker jedoch immer wieder den Fehler, Definitionen in einen Schachtelsatz zu pressen – da gäbe es wesentlich unkompliziertere und leserfreundlichere Möglichkeiten… Da die japanische Geschichte in diesem Buch sehr komprimiert dargestellt wird, ist es ratsam, sich vorab erst einmal einen kurzen Überblick über das Thema zu verschaffen. Dann können selbst noch so viele Schachtelsätze nicht wirklich verwirren…

Die Samurai galten als unkultivierte und brutale, bisweilen blutbefleckte Zeitgenossen. Beim Einzug in die Hauptstadt zwang man sie, sich bestimmten Reinigungsritualen zu unterwerfen. Gleichwohl konnte »der Hof« – ein stark vereinfachender Begriff für ein komplexes personelles und institutionelles Gefüge, in dem die ausgeschiedenen und amtierenden «tennô», die Regenten oder rivalisierenden Adelssippen um die Macht kämpften – auf den militärischen Beistand der Samurai im 12. Jahrhundert nicht mehr verzichten. So griff beispielsweise der «Klosterkaiser» Goshirakawa bei seinen Versuchen, die Regenten aus der Fujiwara-Sippe zu entmachten, im Jahre 1156 auf die Unterstützung zweier mächtiger Kriegersippen, der Taira (auch Heishi) und der Minamoto (auch Genji), zurück. Beide reklamierten auf Grund ihrer Genealogie eine besondere Nähe zur kaiserlichen Familie für sich. Mit ihrer Hilfe gelang dem abgedankten Kaiser im Hôgen-Aufstand die Stabilisierung der Macht.

Geeignet für: Japan-Fans mit Ehrenkodex

Einschätzung: Von Finanznöten und Machtkämpfen

[xrr rating=3.0/5]

© Quelle
Verlag: C.H.Beck
Reihe: Wissen
Ausgabe: Taschenbuch
Jahr: 2004
ISBN: 3 406 47988 X
Auszug: S. 36 / 37

Infos zum Buch
Titel: Die Samurai
Autor/in: Wolfgang SCHWENTKER
Genre: Geschichte
Thema: Kultur / Gesellschaft / Geschichte
Kategorie: Buchkritik / Japan

Kommentar verfassen