Die Geliebte des Samurai

Die Geliebte des Samurai

Japan 1867: Die junge amerikanische Missionarin Emily wurde von Fürst Genji beauftragt die Clangeschichte der Okumichi ins Englische zu übersetzen. Doch was Emily findet sind nicht nur einige alte Schriftrollen. Sie findet auch einen sehr persönlichen Brief, der an sie gerichtet zu sein scheint – geschrieben vor 500 Jahren! Emily ist verwirrt. Zwar wird Fürst Genji und seinen Vorfahren eine hellseherische Gabe nachgesagt, aber wer sollte diese Prophezeiungen tatsächlich glauben? Als hätte die Missionarin mit ihrer heimlichen Liebe zu dem japanischen Herrscher nicht bereits genug Probleme, trifft sie auf eine mysteriöse Frau – Fürstin Shizuka, die bereits vor 500 Jahren verschieden ist…

Eine geheimnisvolle Prophezeiung, der Geist einer Fürstin und eine junge Amerikanerin, sie sich in einen japanischen Adeligen verguckt – klingt nach einem aufregendem Frauenschmöker mit viel Herz. Und das ist „Die Geliebte des Samurai“ zumindest teilweise auch. Anfangs ist die Geschichte sehr verwirrend: zu viele Protagonisten, zu viele Zeitebenen, zu viele Handlungsstränge innerhalb eines Kapitels erschweren das Verständnis. Zwar gibt es ein Personenregister, doch in dem sind nicht alle Figuren aufgeführt, so dass es schlussendlich seinen Nutzen kaum erfüllt. Die Liebesgeschichte zwischen Emily und Genji ist ziemlich abgedroschen – doch die bildet glücklicherweise nur den roten Faden, der diesen Roman zusammenhält. Zudem gibt es noch eine Handlung in Amerika, die anscheinend geschrieben wurde, damit sich amerikanischer Leser dem Buch verbundener fühlen – ansonsten gäbe es keinen Grund, den ohnehin komplexen Inhalt mit einem weiteren Handlungsstrang zu belasten. Die Clanhistorie, die Emily übersetzt, ist jedoch eine eindrucksvolle Geschichte voller Intrigen, Missverständnisse, großer Gewalt und großer Liebe. Da macht es wieder richtig Spaß zu lesen – auch wenn das Lektorat zum Ende hin etwas schlampig gearbeitet hat…

Obwohl Kiyomi seit zehn Jahren seine Frau war und ihm drei Kinder geboren hatte, wirkte sie auf Masamuné noch immer blutjung, besonders wenn sie lachte. Trotz ihres schmerzlichen Mangels an politischem Verständnis brachte er es nicht übers Herz, böse auf sie zu sein.
Er verbeugte sich im Sattel. «Ich werde mit vielen Mongolenköpfen zurückkehren.»
«Wenn Ihr schon unbedingt etwas von den Mongolen mitbringen müsst, dann bringt Mongolenschmuck mit», sagte sie. «Eure Faszination für Köpfe ist mir völlig schleierhaft.»
Diesmal entfuhr Masafumé trotz größter Anstrengung doch ein Seufzer, ehe er den Kopf seines Pferdes auf das Burgtor zulenkte. «Lebt wohl.»
Als die Männer fort waren, meinte die Erste Hofdame von Fürstin Kiyomi: «Ich verstehe ja den Grund für Euer Benehmen, Herrin, aber ist es auch weise? Würde Eure wahre Klugheit Fürst Masafumé in solchen Zeiten nicht mehr nützen, als wenn Ihr die Alberne spielt?»

Geeignet für: verträumte Royalisten mit gutem Gedächtnis

Einschätzung: Verwirrender Kitsch vs. spannende Intrigen

[xrr rating=2.5/5.0]

Autor/in: MATSUOKA Takashi

Quelle

* © (Zitate/Cover/Screenshots/Scans)
* Verlag: Goldmann
* Ausgabe: Taschenbuch
* Jahr: 2006
* ISBN: 3 442 46171 5
* Auszug: S. 63 / 64

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