Sujata Massey: Der japanische Liebhaber

Der japanische Liebhaber

Rei wird dreißig und ist darüber ganz und gar nicht entzückt. Für die amerikanische Antiquitätenhändlerin mit japanischen Wurzeln bedeutet dies, dass sie in Japan von der «großen Schwester» zur «Tante» mutiert. Doch Japan liegt für sie noch in weiter ferne – schließlich gilt für sie immer noch das Einreiseverbot, dass ihre Neugier ihr bei ihrem letzten Auftrag eingebracht hat. Zusammen mit Freund Hugh wohnt sie nun in Washington und ist auf der Suche nach neuer Kundschaft. Da meldet sich die C.I.A. bei ihr und will sie anheuern: Sie soll ein altes Kunstwerk wieder finden, das aus einem irakischen Museum gestohlen wurde. Hauptverdächtiger: Reis Ex-Freund Takeo. Doch als Rei in Japan ankommt, gerät sie in einen Taifun, der ihr Leben komplett auf den Kopf stellt…

Sujata Massey: Der japanische Liebhaber – Kritik

Die Krimireihe um die Halbjapanerin Shimura Rei ist lange kein Geheimtipp mehr. Stets hin und her gerissen zwischen zwei Kulturen, zwei Männern und ihren Verwandten kämpft sich Rei mit viel weiblicher Intuition und kriminalistischem Geschick von einem Fall zum nächsten. Im vorliegenden Band bekommt Rei die Möglichkeit endlich wieder nach Japan einzureisen und riskiert dafür eine Menge. Ein bisschen zu viel. Auch wenn die Story wieder einmal spannend und äußerst unterhaltsam ist, wird Reis charakterliche Entwicklung langsam besorgniserregend. Als Spion wider Willen schläft sie mit ihrem Ex-Freund, damit sie Zeit genug hat sich in seinem Haus umzusehen – während er erschöpft im Bett liegt. Reis Wagemut kennt man ja, aber dass sie die Beziehung zu Hugh und ihrer Familie riskiert, um ein Visum zu bekommen? Oder wie Rei es formuliert: «Yes , I was a real whore» (S.223). Abgesehen von diesem neuen Wesenszug der Hobbydetektivin und einem etwas lahmenden Anfang, sind die Geheimnisse um Reis Auftraggeber und der plötzliche Tod von Takeos Verlobten (eine 18-jährige Lolita!) aufreibend genug, um „Der japanische Liebhaber“ an einem kalten Wochenende im Bett zu verschlingen.

«Can you explain who the man is in the picture you just sent? You didn’t include a text message.»
«He’s not of any significance to you! I was just practicing – » I paused. «How the hell did you get that picture?»
«You must have pressed „send“. As I explained to you last week, the camera is wired to send files straight to my Blackberry.»
«Oh. I suppose you’re also interested in the bad news from Mr. Watanabe?»
Michael spoke rapidly, his anger practically flashing across the phone. «What bad news? I haven’t heard any news, and I don’t expect to get progress reports from him! You are the one I expect to hear from, and I wonder about the fact that you’ve been on location for over twenty-four hours and I haven’t heard a peep, just a photo of this Hispanic-looking guy holding a silver device that looks like a grenade – »
«It’s a cocktail shaker,» I said. «And Enrique’s a bartender, not anyone you need to worry about.»
«I see. So you’re in a bar again?»
«What do you mean by „again“?»

Geeignet für: lange Wochenenden

Einschätzung: Kulturelles Zweierlei mit überraschenden Entwicklungen

Infos zum Buch
Sujata Massey: Der japanische Liebhaber
Harper, 2006
0 06 076513 5
Auszug: S.91/92

[rwp-review id="0"]

0
HerzenHerzen
0
HahaHaha
0
Große LiebeGroße Liebe
0
WowWow
0
YayYay
0
TraurigTraurig
0
MähMäh
0
WütendWütend
Danke fürs Wählen!

Kommentar verfassen