Takashi Hiraide: Der Gast im Garten

Der Gast im Garten

Der kleine Besucher kommt unerwartet. Doch als die Katze „Chibi“ um das Gartenhaus streift, das sich ein Paar in den 30ern gemietet hat, wird sie mit Wohlwollen und Neugier empfangen. Doch die wahre Bedeutung dieser kleinen Streunerin wird dem Paar erst bewusst, als sie wieder verschwindet…

Buchkritik zu Takashi Hiraide: Der Gast im Garten

Nicht nur Katzenfans dürften von „Der Gast im Garten“ angetan sein. Takashi Hiraide erzählt eine Geschichte flüchtiger Ruhe und des ewigen Wandels – und das höchst atmosphärisch und mit kunstvollem Geschick. Wie ein Gemälde zeichnet Takashi Hiraide in „Der Gast im Garten“ seine Erzählung von einer kleinen Katze, die umherstreift und verschiedene Menschen auf eine spezielle Weise miteinander verbindet. Malerei, Dichtung und Gartenkunst werden von Hiraide in den Alltag der Protagonisten eingespannt, schaffen Ruhe und Ausgeglichenheit.

Im Kontrast dazu entwickelt Takashi Hiraide Gegensätze, die einen permanenten und unerwarteten Wandel erzwingen. Krankheiten, Tod, Job-Krise, Umzug – der Alltag ist von einem Hin und Her bestimmt, der besonders typisch für die Protagonisten in ihren 30ern ist. Die 30er als Zeit des Wandels und der Suche nach sich selbst, eingebettet im Kontext der 80er Jahre – subtil, still und anrührend. „Der Gast im Garten“ ist nichts für Handlungsjunkies, sondern eher etwas für Genießer.

In der Insel-Edition erscheint das Buch mit Bildern von Quint Buchholz.

Da sie sich immer durch das Klingeln ihres Glöckchens ankündigte, nannten wir sie bald „Glöckchen“. Immer öfter stahl sich dieser Kosename auf unsere Lippen.
„Glöckchen, wo bist du?“, rief meine Frau, und sogleich ertönte das vertraute Glöckchen. Chibi verließ das Nachbarhaus zwei Ecken weiter an der Blitzgasse, schlüpfte durch ein Loch im Maschendrahtzaun zwischen den Grundstücken, lief an unserem Haus entlang zur Veranda, sprang auf den offenen Teil, stellte ihre Vorderpfoten auf den kniehohen Fensterrahmen und spähte mit gerecktem Hals ins Haus.

Infos zum Buch
Takashi Hiraide: Der Gast im Garten – mit Bildern von Quint Buchholz
Kyaku no neko, 2001
Insel, 2015
978-3-458-17626-8
Auszug: S.19

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