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Der Clan der Otori – Band 1: Das Schwert in der Stille

Tomasu wächst auf bei den Verborgenen. Doch eines Tages wird sein Dorf überfallen und nur er überlebt -gerettet von Lord Otori Shigeru. Immer noch im Schock von den Gräueln, die er ansehen musste, wird Tomasu zu Takeo, dem Ziehsohn von Lord Shigeru. Im Anwesen des Lords erhält er eine Kriegerausbildung und erfährt von der Clangeschichte -der großen Niederlage gegen Iida und Shigerus Rachegefühlen. Als Takeo dann erfährt, dass er von einem Stamm mit besonderen Fähigkeiten abstammt, wird ihm klar, was Shigeru von ihm erwartet: Ein Attentat auf Lord Iida. Zum Schutz will Shigeru Takeo adoptierten, doch die Anführer des Otori-Clans haben ihre eigenen Pläne. Sie wünschen eine Verbindung mit Iida und beschließen die Heirat von Shigeru. Die Festlichkeit bietet den idealen Anlass für ein Treffen mit Iida. Als Takeo jedoch die junge Verlobte von Shigeru, Kaede, trifft, verlieben sich beide unsterblich. Es wird kompliziert. Und als dann auch noch der Stamm Anspruch auf Takeo anmeldet, scheint das Unterfangen unmöglich…

Die Fantasy-Reihe „Der Clan der Otori“ spielt im alten Japan und erzählt die Geschichte von Takeo, dessen Leben schicksalhaft mit der Clangeschichte der Otori verbunden wird. Aufgewachsen in einer Familie, die an Frieden und Barmherzigkeit glaubt, muss er für seine Bestimmung zum Meisterattentäter werden. Im Laufe seiner Ausbildung entdeckt er seine besonderen Fähigkeiten, mit denen er selbst noch das leiseste Flüstern hören kann und sich sogar für andere unsichtbar machen kann. Aber Takeo steckt im Zwiespalt. Sein früheres Leben und sein Schicksal belasten ihn. Immer wieder tauchen Menschen auf, die ihn «wie einen Hund» benutzen wollen. Und dann verliebt er sich auch noch…

Das Hörbuch des ersten Teils von „Der Clan der Otori“ wird im Wechsel von August Diehl und Marlen Diekhoff gelesen, die die Geschichte jeweils aus Sicht von Takeo und Kaede erzählen. Beide Sprecher bemühen sich lobenswerterweise um eine korrekte Aussprache der japanische Namen und überzeugen mit einer ausgewogenen Mischung aus weichem Erzählton und lebendigen Dialogen. Marlen Diekhoff passt rein stimmlich jedoch nicht so ganz auf die meist jüngeren Protagonisten, dafür August Diehl umso mehr. Mal abgesehen von einigen inhaltlichen Fragen, die beim Hören aufkommen (Takeo benötigt z.B. nur ein Jahr vom unbedarften Gläubigen zum Meisterattentäter) und leichten anfänglichen Verwirrung aufgrund der Perspektivwechsel und der vielen Figuren, steigert sich „Das Schwert in der Stille“ zu einem spannenden Fantasy-Abenteuer mit Suchtpotenzial. Von CD zu CD wird der Hörer ebenso wie Takeo tiefer mit in die Intrigen und Lügen verstrickt, die die Otoris umgeben. Auch wenn einige Entwicklungen sehr vorhersehbar sind, ist die Geschichte bis zum Schluss spannend für junge und jung gebliebene Hörbuchfans. Das Ende ist jedoch zu abrupt. Hinzu kommt, dass in „Das Schwert in der Stille“ der erste große Plot abgeschlossen wird. Die spannende Handlung, die vorher die Geschichte bestimmte, wird plötzlich abgebrochen und bleibt zu vage, um den „befriedigten“ Hörer in die nächste Episode mitzureißen. Dennoch eine insgesamt sehr gelungene Umsetzung mit einfachsten Mitteln -so soll es sein.

Geeignet für: Fans wilder Schlachten und heroischer Schwertschwingerlegenden

Einschätzung: Abenteuerliche Reise durchs alte Japan mit Suchtpotenzial

[xrr rating=4.0/5]

Autor/in: Lian Hearn

© Quelle
Verlag: Hörbuch Hamburg / Silberfisch
Ausgabe: Hörbuch / 7 CDs
Jahr: 2004
ISBN: 978 386742804 0
Infos zum Buch
Titel: Der Clan der Otori: Das Schwert in der Stille
Autor/in: Lian Hearn
Genre: Hörbuch / Jugendbuch
Thema: Altes Japan / Liebe / Krieg
Kategorie: Buchkritik / Japan

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