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Das Geheimnis der Fuchsfrau

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Im Banne eines Fuchsgeistes… Der junge Adlige Kaya ist seit jeher von den mysteriösen Waldwesen fasziniert. Und als er bei der Vergabe von Posten am kaiserlichen Hof wieder leer ausgeht, zieht er sich mit Frau, Kind und Gefolge auf seinen Landsitz zurück. Der ist zwar etwas runtergekommen, aber um seinen Gedanken nachzukommen, dafür reicht es. Doch Kayas Ehefrau Shikujo kommt einfach nicht zur Ruhe. Die Füchse im Garten sind ihr unheimlich. Sie will wieder zurück in die Stadt. Kaum ist sie abgereist, verschwindet Kaya. Was seine Frau nicht weiß: Ihre Sorge war berechtigt. Denn Kaya hat eine Traumwelt betreten, aus der er eigentlich gar nicht zurückkehren will…

REVIEW / KRITIK

„Das Geheimnis der Fuchsfrau“ ist in Tagebuchform verfasst und erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe aus drei Perspektiven: die des jungen Adligen Kaya no Yoshifuji, der seiner Frau Shikujo und der von Füchsin Kitsune. Das Buch, das den Leser ins mittelalterliche Japan führt, wurde intensiv recherchiert – das merkt man gleich. Kij Johnson, die auch einen Star-Trek-Roman verfasste, schafft es jedoch nicht, all ihr Wissen in ein lesbares Format zu packen. Das Buch wirkt staubtrocken und langatmig. Das liegt vielleicht daran, dass die Autorin versucht hat, sich mit „Das Geheimnis der Fuchsfrau“ alten japanischen Klassikern wie das „Das Kopfkissenbuch“ oder der „Geschichte vom Prinzen Genji“ literarisch anzupassen. In den meisten Fällen kann solch ein Versuch nur fehlschlagen. Die Geschichte um die Füchsin Kitsune, die sich unsterblich in einen jungen Adligen verliebt und für ihn zum Mensch wird, hat viel Potenzial – soviel steht fest. Doch die ständigen Beschreibungen davon, wie Gedichte verfasst werden, wie man buddhistischen Sutren lauscht oder auch gänzlich platte Alltagsweisheiten, machen dieses Buch zu einer Tortur. Lediglich die Sexszenen sind unverholen lebendig, obgleich wenig emotional. Und so langatmig der Anfang von „Das Geheimnis der Fuchsfrau“ ist, umso schneller wird die Geschichte zum Ende hin. Denn Fuchsjahre verstreichen schneller als Menschenjahre, sodass aus drei Monaten plötzlich zehn Jahre werden und die Handlung einfach so dahinfliegt, ohne dass etwas Nennenwertes passiert. Und dann ist alles vorbei und man liest wieder Sutras. Traumhaft mitreißende Fantasy sieht anders aus. Das einzig Gute: Man muss das Buch ja nicht noch einmal lesen…

Ich weiß, wie ungewöhnlich es ist, dass ich nur eine Frau und keine Konkubinen habe, aber mir hat nie der Sinn nach einer anderen Frau gestanden, die ständig bei mir ist. Jedenfalls habe ich immer flüchtige Liebschaften vorgezogen, bei denen man zu nichts verpflichtet ist. Ich schlafe mit Hofdamen, Prostituierten und Mädchen aus der Nachbarschaft, wenn sie hübsch sind, ab und zu auch mit Jungen. Ich sehne mich nicht nach einer neuen Liebe, sondern nach einem neuen Selbst.

Geeignet für: alle, die auch ohne Worte in Fantasiewelten eintauchen können

Einschätzung: Langeweile auf Alt getrimmt

© Quelle
Das Geheimnis der Fuchsfrau
Kij Johnson
Taschenbuch
Piper
2005
978 3 492 26635 2
Auszug: S.129

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