Sujata Massey: Brennender Hibiskus

Brennender Hibiskus

Gerade als sich Reis Vater einigermaßen von einem Schlaganfall erholt hat, schneit wieder neuer Ärger ins Haus der Shimuras: Edwin, ein bislang unbekannter Verwandter, lädt die Familie zu einer Geburtstagsfeier nach Hawaii ein. Rei schwant jedoch, dass es nicht bei einem harmlosen Kennenlernen bleiben wird. Schließlich sind die neuen Verwandten in zwielichtige Immobiliengeschäfte verwickelt und stecken in finanziellen Nöten. Als Rei beginnt vor Ort zu recherchieren, steckt sie plötzlich mitten in Ermittlungen um Brandstiftung und einen Mord. Klar, dass Ex-Chef Michael sofort mobilisiert wird und die ganze Sache noch komplizierter wird…

Sujata Massey: Brennender Hibiskus

Nachdem sich Sujata Massey in ihrem letzten Shimura-Krimi bereits dem Thema Kriegsverbrechen widmete, war die logische Konsequenz, dass es nun auch den Internierungslagern an den Kragen geht. Dafür musste mal eben ein neuer Zweig des Familienclans entdeckt werden, damit dessen traurige Geschichte noch einmal aufgerollt werden konnte. Beim Lesen von “Brennender Hibiskus” bekommt man allerdings eher den Eindruck, Massey wolle hier ihrer zumeist amerikanischen Leserschaft mit den kulturellen Schattenseiten ihrer Nation das Herz anrühren. Ganz nach dem Motto: Ach ja, stimmt ja, da war doch mal was… Schade nur, dass es darüber nicht hinaus geht. Die ach so rührselige Geschichte der japanischen Einwanderer ins Urlaubsparadies Hawaii ist lediglich ein lauwarmes Ablenkungsmanöver für eine unglaublich seichte Romanze, die für Fans der ersten Stunde schon an Frechheit grenzt, und man sich fragt, ob man sich weitere Shimura-Episoden noch antun sollte… Vielleicht ist es auch die große Erwartung, die an diesen Roman geknüpft ist, die “Brennender Hibiskus” so jämmerlich versagen lässt. Denn schließlich geht es hier nicht nur um Mord, sondern auch Reis privates Glück… Aber dazu sage ich jetzt einmal nichts – “Brennender Hibiskus” ist auch so enttäuschend genug… Na dann: Aloha!

Erst als Than den Raum verließ, um Braden zu holen, flüchtete ich mich Schutz suchend in Michaels Arme.
“Da hab ich nun Edwins und Yoshitsunes Daten überprüft und gar nicht an den Jungen gedacht”, sagte Michael. “Sorry.”
“Du wusstest ja nichts von ihm. Nicht in meinem schlimmsten Träumen hätte ich mir so etwas vorgestellt. Bitte hol mich aus diesem Albtraum raus.”
“Ich finde, wir sollten uns mit ihm unterhalten und keine voreiligen Schlüsse ziehen. Bei unserem Gespräch mit Josiah Pierce hab ich den guten Cop gespielt; lass uns diesmal die Rolle tauschen.”
“Okay.” Bevor ich weiterreden konnte, klingelte mein Handy.

Geeignet für: den geneigten Romanzenkrimi-Fan

Einschätzung: In einem Botaniklexikon lässt sich mehr entdecken…

Infos zum Buch
Sujata Massey: Brennender Hibiskus
Piper, 2010
978 3 492 257671
Auszug: S.141

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