Banana Yoshimoto - Amrita

Sakumi sollte eigentlich trauern – um Mayu, ihre jüngere Schwester. Doch das ist nicht so einfach. Sie wird überschwemmt mit Emotionen und Erinnerungen. Und nicht nur ihr fällt das Weiterleben schwer. Sakumi lebt zusammen mit ihrer Mutter, dessen Freundin, einem übersinnlich begabten Bruder und einer Cousine. Auch Mayus Ex tritt immer wieder in Erscheinung. Das Leben gerät aus der Spur und muss nun irgendwie wieder eingefangen werden…

Review zu Banana Yoshimotos „Amrita“

„Amrita“ ist das längste Buch von Banana Yoshimoto und leider nicht ihr bestes. Zu sehr verliert sie sich in einzelnen Erinnerungsfetzen, in einem unkoordinierten System von Erzählung, Selbstreflektion und persönlichen Lichtblicken. Das Thema ist sehr typisch für Yoshimoto: Wieder einmal muss sich eine „Wahlfamilie“ mit dem Tod eines geliebten Menschen auseinandersetzen. Darunter gibt es einen Bruder, der übersinnliche Kräfte hat – auch das ist sehr typisch für Banana Yoshimoto. In der Theorie ähnelt das Thema „Kitchen“. Nur ist „Kitchen“ nicht einmal halb so lang und erschöpft damit nicht alle relevanten Inhalte. Es ist insgesamt einfach zu viel, zu viel Ähnliches, zu viel ohne roten Faden, zu viel Geplauder, zu viel ohne Aussagekraft. „Amrita“ ist dennoch klar erkennbar als „Banana Yoshimoto“. Für Fans vielleicht aufgrund der Thematik ein Zugewinn. Andere sollten lieber zu „Kitchen“, „Federkleid“ oder „Hard-boiled Hard Luck“ greifen.

Alle Gefühle, die in mir aufgestiegen waren, schwemmte ich mit Lachen fort. Gefühle, die im Nu und und mit aller Macht auf mich eingestürmt waren und für die es, hätte ich sie nicht sofort weggespült, sicher kein Halten mehr gegeben hätte. Alles Gefühle für sie, die nicht in Worte zu fassen waren und die ich nicht in die Tat umsetzen durfte. Meine Liebe, meine Furcht, Regeln, die ich einhalten musste.

Infos zum Buch
Banana Yoshimoto – Amrita
Diogenes, 2002
Auszug: S.99
978 3 257 23329 2

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