Tödliche Spiele als Experiment? Die Republik Großostasien schickt regelmäßig Schulklassen in einen Kampf auf Leben und Tod. Nur einer kann überleben. Das müssen nun auch Shuya und seine Klassenkameraden erfahren, als sie unvermittelt Teil dieses Experiments werden. Doch wer würde da mitspielen und seine Freunde umbringen? Schnell entscheidet sich, wem sein Leben wie viel wert ist…

Buchkritik zu: Battle Royale

Koushun Takami hat mit „Battle Royale“ eine düstere Zukunftsvision entwickelt, die Ende der 90er zum Bestseller wurde. Suzanne Collins soll sich für „Tribute von Panem“ ordentlich bei Koushun Takami bedient haben. Und in der Tat erinnert das Grundgerüst stark an „Battle Royale“. Die Feinheiten sind jedoch sehr japanisch – und auch die Charaktere, die zwischen Ignoranz, Rebellion und normalen Alltag hin- und hergerissen sind, kann man so ähnlich auch in zahlreichen japanischen Filmen über Delinquentenklassen finden.

In „Battle Royale“ startet der Zähler mit 42 Schülern, die nach und nach ausgeschaltet werden sollen. Damit hat das japanische Buch so einige Figuren mehr als seine amerikanischen Erben in Panem. So viele Charaktere zu beschreiben, mit ihnen Emotionen zu wecken und sie gehen zu lassen, erfordert eine komplexe Geschichte und das hat Koushun Takami vergleichsweise gut gelöst. Natürlich bleibt vieles oberflächlich, doch die Atmosphäre ist stimmig, spannend und drängt zum Weiterlesen.

Das Buch ist um einiges Eindrucksvoller als der Film „Battle Royale“. Wer den Film zuerst sieht, läuft Gefahr, stets die wenig imposanten Darsteller im Kopf zu haben, wenn man das Buch liest. Daher empfiehlt sich die umgekehrte Reihenfolge. Als Jugendbuch ist „Battle Royale“ ziemlich brutal und blutrünstig, daher sollten Leser bereits eine gewisse Reife haben, um die Ereignisse einordnen zu können.

Scheiße, war das mies.
„Lass das“, rief Shogo. Kyoichi hörte nicht und richtete seine Waffe auf Shogo.
Shogo schoss noch einmal. Kyoichis Körper beugte sich in eine Dreiecksform, mit seiner Hüfte vorwärts gebeugt wie ein Weitspringer, aber nach hinten gestoßen. Er landete mit den Füßen zuerst und fiel dann wie im Zeitraffer zu Boden, mit dem Gesicht nach oben. Er fiel in das überhohe Gras und bewegte sich nicht mehr.
Shuya krabbelte auf die Füße.

Infos zum Buch
Koushun Takami: Battle Royale
Heyne, 2007
978-3-453-67519-3
Auszug: S.139

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