Alster Dojo Tenugui

Alster Dojo Insider: Das Hakama-Verbot

Droht dem Alster Dojo bald ein Hakama-Verbot? Eine Streifenkrise der absurden Art…

Da ist man ein paar Wochen nicht beim Training und muss feststellen, dass es immer noch bizarrer gehen kann. Nachdem ja bereits ein „obszönes Poster“ aus der Kendo-Damenumkleide entwendet wurde und erst durch Bemühen des Sportwartes wieder auftauchte, nun der nächste Akt aus der Reihe: Spaß im Alster Dojo.

In diesem Fall ist es besonders absurd. Im Training ist jemand auf den schönen Hallenboden gefallen und hat mit seinem Hakama blaue Streifen hinterlassen. Das ist natürlich nicht wünschenswert, aber weder beabsichtigt, noch irgendwie komplett ausschließbar. Dafür hat das Alster Dojo ja ein Reinigungsbudget, dachte ich bislang. Doch solche „Ausrutscher“ werden im Verein mit Argusaugen beobachtet, beanstandet und müssen – gemäß bürokratischer Vereinsheiliger – sofort ausgemerzt werden – für immer!

So wurde dann auch eine E-Mail von hoher Stelle geleakt, die folgenden Inhalt hatte: „Was immer diese hartnäckigen Verfärbungen verursacht, es sollte nicht mehr zum Einsatz kommen.“ Jawoll! Keine Hakama mehr für die Kendoka des Alster Dojos. Diese ganze Sache mit der Tradition wird ja – wie man beim „Poster-Vorfall“ gesehen hat – komplett überbewertet. Wenn wir dann auch noch echte Pfeile gegen Schaumstoff austauschen, damit beim Kyudo jegliche Gefahr, in die Fenster oder in Nachbars Garten zu schießen, gebannt wird, bin ich geneigt, dem Austausch von Hakama gegen graue Baumwollshorts zuzustimmen.

Mal ehrlich: Was könnte während eines Kendotrainings blaue Spuren hinterlassen? Der Nagellack der Damen ist es ganz sicherlich nicht! Kendoka sind nun einmal überwiegend in Blau gekleidet und Indigo färbt ab. Das sollten insbesondere solche Leute, die früher jahrelang selbst Kendo betrieben haben, wissen… *räusper*

Die 7 Regeln eines streifenfreien Kendotrainings

1. Hakama, Gi und alle Rüstungsteile werden hermetisch in Plastik versiegelt – wie die Couch daheim. Das hält sie dann auch frisch und schützt sie vor unangenehmen Gerüchen.
2. Alternativ wird alles gebleicht – natürlich auch die Unterwäsche, damit die nicht hervorsticht und zum Rest der Kleidung passt. Man möchte ja nicht unangenehm auffallen…
3. Der Boden wird künftig vor jedem Training mit einem Kunstrasen überdeckt.
4. Kendoka werden Stoppersocken verordnet, damit sie nicht mehr ausrutschen können und damit die Gefahr von Schleifspuren drastisch gesenkt wird.
5. Schicke Anti-Rutschstreifen werden im Meterabstand auf dem Hallenboden aufgeklebt, damit das hinterher nicht so aussieht: Sturz *autsch*
6. Jeder Kendoka wird verpflichtet, eine Anti-Streifen-Versicherung abzuschließen und nach jedem Training zu verifizieren, ob und in welchem Umfang er Streifen auf dem Hallenboden hinterlassen hat.
7. Kendoka werden verpflichtet, jede Woche einen Anti-Streifen-Einsatztrupp auf Patrouille zu schicken, um etwaige Streifen sachgemäß und umgehend zu entfernen. Sollte eine Entfernung nicht möglich sein, müssen entsprechende Teile des Bodens fachgemäß ausgetauscht werden.

Die spinnen doch…

XOXO
Anja

p.s. Im Zuge der Snowden-Affäre möchte ich noch einmal betonen, dass das Leaken von Informationen kein willkürlicher, terroristischer Akt ist, sondern im Rahmen eines revolutionären Dissidententums als Vereinsliebe zu sehen ist, was zutiefst demokratisch und im Sinne des Grundgesetzes ist.

p.p.s. Bislang habe ich noch nichts von einem Hakama-Verbot gehört, aber ich bin gespannt, wie man sich da wieder rausredet… Wahrscheinlich gar nicht. Wird einfach totgeschwiegen – schließlich macht man ja keine Fehler…

p.p.p.s. Ja, da oben ist ein Tenugui-Bild, kein Bild eines Hakamas. Ich habe tatsächlich grad spontan keines. Außerdem fand ich die „Nackten“ auf dem Tenugui passend. Die hinterlassen garantiert keine Streifen. Wem das mit dem Bild aufgefallen ist, soll nicht so kleinlich sein. Sind wir im Verein ja auch nicht 😉

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