Mondfest in Hongkong | © CC Toon Bronselaer auf Flickr

Mondfest: 15 Dinge, die ihr wissen solltet

Das Mondfest, auch Mittherbstfest, wird nicht nur in China und Taiwan gefeiert. Auch Vietnam, Korea, Japan und weitere asiatische Länder feiern den Mond bzw. den Herbst. Das Mondfest ist traditionell ein Familienfest, zu dem alle Angehörige nach Hause zurückkehren und wird am 15. Tag des achten Mondmonats nach dem chinesischen Bauernkalender gefeiert. Hier 15 Fakten über das Mondfest.

Die Geschichte des Mondfests

Seit mehr als 2.000 Jahren soll es das Mondfest geben. Im alten China beteten die Kaiser um Wohlstand und Fruchtbarkeit. Allerdings wurde das Mittherbstfest erst in der frühen Tang-Zeit (618-907) offiziell zu einem feierlichen Anlass. Während der Song-Dynastie (960-1279) etablierte sich das Mondfest dann zu einer Tradition, die inzwischen genauso beliebt ist wie das Frühlingsfest.

Die Legende vom Mondfest und die Mondgöttin

Das Mondfest soll laut einer chinesischen Legende auf den Bogenschützen Houyi zurückgehen. Der soll neun von zehn Sonnen(vögel) geschossen haben, als diese die Erde verbrannten. Eine Sonne blieb übrig, die künftig auf- und untergehen sollte. Doch Houyi soll sich zum Tyrann entwickelt und eine Unsterblichkeitspille von einer Göttin gestohlen haben. Um die Welt zu retten, nahm Houyis Ehefrau Change’e die Pille selbst und stieg zum Mond auf. Dort soll sie nun gemeinsam mit einem Hasen leben und wird von den Menschen zum Mondfest um ihren Segen gebeten. In einer anderen Version der Legende, soll Houyi einen Unsterblichkeitstrank als Geschenk für seine Verdienste bekommen haben. Eines Tages wollte ein Dieb den jedoch stehlen. Change’e rettete den Trank, indem sie ihn selbst zu sich nahm. Um in der Nähe ihres Mannes zu bleiben, wählte sie den Mond als neuen Wohnsitz.

Gründe zum Feiern

Das Mondfest ist ein Fest der Harmonie und Einheit, des Danks und der Wünsche. Freunde und Familien kommen zusammen, um Zeit miteinander zu bringen. Man ist dankbar für die Ernte und harmonische Verbindungen. Zudem nutzt man die Gelegenheit, um für Kindersegen, Reichtum oder Glück zu beten.

Feiertag

In China und Taiwan ist das Mondfest ein gesetzlicher Feiertag. In Hongkong und Macau hat man erst am Tag danach frei, da viele Feierlichkeiten abends stattfinden.

Traditionen

Heute trifft man sich am Mondfest mit Freunden und der Familie, betrachtet den Mond und isst gemeinsam Mondkuchen, der für Einheit und Harmonie steht. Es gibt viele Traditionen, die je nach Region unterschiedlich zelebriert werden. Dazu gehören neben Mondkuchen auch Laternen. Gerne hängt man in China auch Rätsel an die Laternen, die von Familie und Freunden beantwortet werden müssen. Vielerorts werden Laternen mit guten Wünschen in die Lüfte geschickt. Auch Umzüge mit Laternen, Masken oder Feuerwerk gibt es zum Mittherbstfest. Zum Mondfest schlemmt man gemeinsam besondere Leckereien, opfert z.B. Früchte. In Vietnam gibt es des Weiteren u.a. Löwentänze, die auch im nicht-asiatischen Ausland beliebt sind.

Mondkuchen

Es ist nicht nur ein gern gekauftes Geschenk, sondern ein Snack mit Symbolkraft. Der Mondkuchen wurde ursprünglich dem Mond geopfert. Inzwischen wird der Mondkuchen gegessen, während man den Mond beobachtet – ein wichtiger Teil der Mondfest-Tradition. Der Mondkuchen symbolisiert die Einheit der Familie, die sich an dem Tag zusammenfindet. Auch verschenkt man weiterhin gerne die kleinen Küchlein, die mit Süßem, Salzigem oder Kräftigen, vegetarisch oder mit Fleisch gefüllt sind.

Hongkonger lieben es teuer

Anstatt für sich selbst Mondkuchen zu kaufen, gehört es in Hongkong zur Tradition, den Mondkuchen zu verschenken. Daher darf der gerne etwas teuer sein und muss schön verpackt sein. Dafür kann man dann gerne mehr als 30 Euro ausgeben. Besonders ausgefallene und gesunde Mondkuchen werden immer beliebter. Inzwischen gibt es immer mehr Fabrikanten, die besondere Geschmacksrichtungen und Formen anbieten.

Hasen zum Mondfest

Ein weiteres beliebtes Geschenk zum Mondfest ist in China eine Figur von „Opa Hase“ (tu yeye), der der Mondgöttin Change’e Gesellschaft leisten soll. In besonders harten Zeiten soll er hinab zur Erde kommen und den Menschen helfen.

Liebe zum Mondfest

Das Mondfest ist eine typische Zeit, um Hochzeiten zu zelebrieren und der Liebe etwas auf die Sprünge zu helfen. So versucht man in manchen Regionen die Geschlechter mit Tänzen oder Spielen zu verkuppeln.

In Vietnam feiert man Kinder

In Vietnam stehen die Kinder beim Mondfest im Vordergrund. Deshalb heißt es dort auch „Kinderfestival“. Ursprünglich sollen die Vietnamesen einem Drachen gedacht haben, der ihnen Regen und somit eine reichte Ernte bescherte. Irgendwann betete man nicht nur für eine fruchtbare Erde, sondern auch Kinder, was sich weiter bis zum heutigen „Kinderfestival“ entwickelte.

Der Mond ist schwanger

Bei den Zhuang, einer chinesischen Minderheit aus dem Autonomen Gebiet Guangxi, erzählt man sich, Sonne und Mond seien ein Paar, die Sterne ihre Kinder. Ein voller Mond stand im Altertum daher für eine Schwangerschaft und Frauen nahmen dies zum Anlass, den Mond anzubeten und ihm Opfer darzubieten.

In Korea feiert man Chuseok

Während man in China das Zhongqiujie feiert, begeht man in Korea Chuseok (Herbstabend). Chuseok, auch Hangawai, ist ein Erntedankfest, bei dem die Familie zusammenkommt und z.B. gemeinsam Reiskuchen isst. Es wird den Ahnen gedacht, den älteren Verwandten die Ehre erwiesen, gesungen und Alkohol getrunken. Kinder freuen sich dann über ein „Festgeld“.

In Japan feiert man Tsukimi

Tsukimi, auch Otsukimi, nennt man die japanische Version des Mondfestes und heißt soviel wie „Mondschau“. Die Japaner dekorieren dann mit Chinaschilf und Tsukimi-Dango (einem speziellen Reiskuchen). Der steht allerdings auch auf dem Speiseplan – ebenso wie z.B. Süßkartoffeln, Esskastanien und Sake. Man sitzt gerne im Freien unter dem Mond, vollzieht die Teezeremonie oder genießt traditionelle Live-Musik.

Massenbewegung

Wer als Tourist das Mondfest in Asien mitfeiern möchte, muss eventuell mit logistischen Schwierigkeiten rechnen. Wenn in China, Japan und Korea ganze Menschenmassen durchs Land reisen, um zu ihrer Familie zu kommen, kommt es immer irgendwo zu Engpässen und Verspätungen. In vielen Regionen ist das Verkehrschaos vorprogrammiert. Man sollte daher idealerweise bereits rechtzeitig vor dem Mondfest an seinem Bestimmungsort angekommen sein.

Mondfest-Termine

2014: 8. September, 2015: 27. September, 2016: 15. September, 2017: 4. Oktober 4, 2018: 24. September, 2019: 13. September, 2020: 1. Oktober, 2021: 21. September

Mondkuchen | © CC Kristen Taylor auf Flickr

Mondkuchen | © CC Kristen Taylor auf Flickr


Featured Bild: © CC Toon Bronselaer auf Flickr
Lizenz: Flickr-Lizenz

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