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Woman Knight

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Qiu Jin wächst zu Zeiten der Qing-Dynastie auf. Frauen werden damals noch traditionell die Füße gebunden, sie sind unterwürfige Ehefrauen und kümmern sich nicht um Politik. Doch Qiu Jin ist anders. Als Kind lernt kämpfen, wird wie ein Junge unterrichtet und will etwas bewegen. Sie verlässt ihren Mann, studiert in Japan und engagiert sich dort in der Studentenbewegung. Wieder daheim schließt sie sich der Revolution an und kämpft mit allen Kräften gegen das korrupte Beamtentum und für eine bessere Stellung der Frau.

Es ist schon sehr enttäuschend, dass ausgerechnet die Frauen in „Woman Knight“ solch blasse und unspektakuläre Figuren abgeben. Die Protagonistin soll eine Heldin des Schwertes und der Poesie sein – beides nimmt man ihr nicht ab. Kämpferisch schwächelt die Hauptdarstellerin arg im direkten Vergleich mit den Männern. Und auch dramatisch fehlt es an Überzeugungskraft. Die Synchronstimme wurden auch nicht unbedingt optimal ausgewählt. Das führt dazu, dass alles an Qiu Jin steif, reserviert und kühl wirkt – keine Frau, die mit Herzblut für ihr Land kämpft. Auch dass sie ihre Kinder zurücklässt, macht die junge Dame nicht unbedingt sympathischer. Ja, das ist gespoilert, aber irgendwie auch nicht, da es für die Geschichte unwichtig ist. Wer kann, sollte sich den Film im Original (mit UT) anschauen – da wirkt Qiu Jin wesentlich überzeugender.

Und da kommen wir zur zweiten großen Schwäche des Film: der Inhalt. „Woman Knight“ ist eigentlich die Geschichte einer jungen Frau, die für das, an was sie glaubt, alles riskiert. Doch die Geschichte von Qiu Jin wird sehr oberflächlich erzählt, um Platz genug für politische Mätzchen und Kampfszenen zulassen – und, um immer in Rückblenden zu schwelgen. Feine, bewegende Details fehlen zugunsten von symbolischen Vorschlaghämmern, die dem Zuschauer immer wieder zeigen sollen: Diese Frau ist eine Revolutionärin und Männern ebenbürtig.

Wäre nur schön, wenn man dies auch sehen könnte. Denn im Kampf glänzen vor allem die Männer. Die sorgen dann auch für ganz nette Action irgendwo zwischen Martial Arts und wüster Keilerei. Auch schauspielerisch sind die Männer überzeugender. Denn „Woman Knight“ wartet mit einigen sehr guten Darstellern wie Anthony Wong auf – aber eben nur in Nebenrollen. Schade. Aus dem Stoff hätte man wirklich etwas machen können – ist Herman Yau nur leider nicht gelungen. Als „Fernsehfilm“ könnte „Woman Knight“ allerdings noch ganz gut durchgehen…

Geeignet für: Eastern-Fans, die weniger sentimental eingestimmt sind, und auch Dramen ohne viel Action zu schätzen wissen
Fazit: Milde Action und Symbolkeule treffen auf steife Heldin

[xrr rating=2.0/5.0]

Infos:
Ip Woman
Jian hu nu xia Qiu Jin
The Woman Knight Of Mirror Lake
Herman Yau
2011
117 Min.
Mei Ah / Ascot Elite Entertainment
Martial Arts / Drama

Darsteller:
Yi Huang
Yu-Hang To
Anthony Wong Chau-Sang
Suet Lam

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