Das Badehaus - Zhang Yang

Das Badehaus / Shower

Der alte Liu besitzt ein Badehaus, das bald der städtischen Bauwut zum Opfer fallen soll. Doch bis dahin ist noch Zeit und Liu wartet einfach ab. Er genießt das Leben mit seinem geistig behinderten Sohn Erming, der fleißig im Familienbetrieb mitarbeitet. Das Badehaus ist ausschließlich Männern zugänglich und voll mit lebhaften alten Grillenzüchtern und Opfern „ehelicher Gewalt“. Doch das harmonische Zusammensein wird gestört, als plötzlich Lius älterer Sohn Daming zu Besuch kommt. Vater und Sohn haben nicht die beste Beziehung, und Damings Vorliebe fürs Duschen trägt auch nicht unbedingt zur Verbesserung bei. Als die Gesundheit des Vaters zunehmend schlechter wird, muss Daming eine schwerwiegende Entscheidung treffen…

Man nehme die „typischen“ Bewohner eines alten Pekinger Wohnviertels und stecke sie zusammen in ein Badehaus: Heraus kommt ein unterhaltsamer Streifen mit ernstem Hintergrund. Zhang Yang, der sich mit Underground-Musikvideos einen Namen gemacht hat, liefert mit seinem zweiten Spielfilm eine exzellente Familienkomödie, die typisch chinesischer nicht sein könnte. Hier zanken sich zwei betagte Grillenzüchter darum, ob «Godzilla» (Grille!) für seinen Kampfeinsatz gedopt wurde; verhinderte Opernsänger lassen ihrem Talent freien Lauf; unterdrückte Ehemänner verstecken sich vor ihren Frauen. Aber auch Probleme zwischen Vater und Sohn werden aufgegriffen – sehr unterhaltsam, auch wenn man nichts mit China am Hut hat. Insbesondere Jiang Wu, der den geistig behinderten Erming verkörpert, glänzt mit Charisma und gekonnter Mimik. „Das Badehaus“ schweift jedoch ein wenig zu sehr ab, wenn es darum geht, einen Bezug zwischen Lius Familiengeschichte und dem Baden herzustellen. Hier versucht Zhang Yang, den Film mit tibetischer Exotik optisch aufzupeppen – zum Leidwesen des Zuschauers. Die Postkartenlandschaften wirken eher verstörend. Zudem wird der Film dadurch um einige soziale Komponenten erweitert (Wassermangel, Traditionen etc.), die von der eigentlichen Handlung ablenken. Dennoch Prädikat „empfehlenswert“.

Geeignet für: gelantweilte Großstädter und Hamam-Besucher

Einschätzung: Hier tobt der Alltag!

[xrr rating=3.5/5.0]

Regie: ZHANG Yang

Quelle

* © (Zitate/Cover/Screenshots/Scans)
* Label: Beauty culture comm.
* OT: Xi zao
* Jahr: 1999
* Länge: ca. 92 Min.

Infos

* Genre: Drama, Comedy
* Alter: ab ca. 12 Jahre

Darsteller

* Alte Liu: Zhu Xu
* Erming: Jiang Wu
* Daming: Pu Quanxin

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