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Ai Weiwei: Never Sorry

Ai Weiwei ist einer der bekanntesten Künstler Chinas und gleichzeitig einer der schärfsten Kritiker der Regierung. Drei Jahre lang begleitete Regisseurin Alison Klayman den streitbaren Künstler, der auf keiner Ausstellung über moderne chinesische Kunst mehr fehlen darf. An Ende dieser Jahre verschwand Ai Weiwei spurlos für drei Monate…

REVIEW / KRITIK

Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass die chinesische Regierung den regimekritischen Künstler Ai Weiwei so lange mit Samthandschuhen anfasste – andere saßen längst im Arbeitslager oder standen jahrelang unter Hausarrest. Unterdessen machte sich Ai Weiwei mit provokanten Aktionen im Ausland auf Ausstellungen, auf seinem Blog oder auf Twitter einen Namen als rebellischer Aktivist. Selbstverständlich wollte man auch ihn eines Besseren belehren, hielt sich dabei jedoch recht lange zurück – so unglaublich es klingt: In einem Land, in dem es mit der Redefreiheit nicht weit her ist, kann man das durchaus als Fortschritt werten.

„Ai Weiwei: Never Sorry“ zeigt Ais Kampf für Gerechtigkeit. Dabei provoziert der Künstler und erlangt damit Ruhm, verzichtet jedoch gleichzeitig auf die Möglichkeit, finanziell daraus Profit zu schlagen. So engagierte er sich mit seiner Kunst für die Opfer des Sichuan-Erdbebens 2008, um Baupfusch aufzudecken und gegen das Vergessen anzukämpfen. Sogar Polizeigewalt dokumentierte er und brachte sie ans Licht der Öffentlichkeit. 2011 verschwand Ai Weiwei dann spurlos. Erst drei Monate später kehrte er aus „Untersuchungshaft“ zurück: Steuerhinterziehung, so der Verwurf, der ihm gleich auch noch Hausarrest bescherte.

„Never Sorry“ ist ein sehr gelungenes Portrait eines unbequemen Künstlers, der Grenzen sprengt und mit kleinen Erfolgen Zeichen für eine demokratischere Zukunft setzt. Wer sich fürs gegenwärtige China interessiert, sollte diese Dokumentation gesehen haben. Denn die Geschichte von Ai Weiwei ist noch lange nicht vorbei…

Geeignet für: engagierte Chinafans
Fazit: Bewegende Dokumentation über einen, der niemals aufgibt

[xrr rating=4.0/5.0]

Infos:
Ai Weiwei: Never Sorry
Alison Klayman
2012
86 Min.
Euro Video
Dokumentation

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