kulturrevolution

China Kompakt: Die Kulturrevolution

Die zunehmende Kritik an Mao Zedongs Politik des “Großen Sprungs nach vorn” verleitet Mao zu einer Reihe von Kampagnen, die seine Macht stärken und seine Kritiker zum Schweigen bringen sollen. 1965 wird mit Angriffen auf Schriftsteller und der Absetzung des Pekinger Bürgermeisters die “Große Proletarische Kulturrevolution” eingeleitet, die offiziell die Jahre 1966 -1976 beherrscht. Kritik- und Verleumdungskampagnen bestimmen den Alltag der Bürger. Intellektuelle, aber auch hohe Beamte, wie z.B. Deng Xiaoping (damals Generalsekretär der KPCh) werden offen angeklagt, gedemütigt und misshandelt.

Kulturrevolution und die Roten Garden

Aus Schülern und Studenten bilden sich überall im Land Gruppierungen, die als “Rote Garden” fortan eine tragende Rolle in der Kulturrevolution übernehmen. Sie verfolgen alle, die auch nur einen Hauch von Konterrevolutionären aufweisen. Sie dringen in Häuser ein, zerstören alte Kulturgüter und ausländische Waren. Ihren Opfern setzen sie Hüte auf und hängen ihnen Schilder um, die ihre “Verbrechen” auflisten. So werden sie durch Straßen getrieben, in Umerziehungslager verschleppt und nicht selten verstümmelt, tot geprügelt oder zum Selbstmord getrieben. Millionen von Mitgliedern der Roten Garden reisen nach Peking um dem “Großen Steuermann”, mit einer „Mao-Bibel“ (Zitat-Sammlung) in der Hand, zu huldigen.

Kulturrevolution und Landverschickung

Doch die Situation gerät immer mehr außer Kontrolle -das muss selbst Mao Zedong schließlich einsehen. Die unterschiedlichen Gruppierungen handeln eigenmächtig und bekämpfen sich bald gegenseitig. Es kommt zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Schulen und Universitäten sind längst geschlossen, Lehrer aufs Land zur Umerziehung verbannt, um von den Bauern zu lernen. Eine ganze Generation muss auf eine fundierte Ausbildung verzichten.

Die Armee kann zuletzt die Ordnung wieder herstellen. Einige Jugendliche werden zu Kadern, andere aufs Land verschickt. Einige gehen freiwillig und höchst motiviert aufs Land und müssen bald ihren Irrtum erkennen. Das Leben dort ist hart, Lebensmittel sind knapp, Arbeit gibt es viel zu viel und auch Platz gibt es dort nicht für die Umsiedler. Doch ein Zurück ist kaum möglich. Viele bekommen keine Aufenthaltsgenehmigung mehr für ihre Heimatstädte.

Kulturrevolution und Viererbande

Die Schuld für die Kulturrevolution wird der Viererbande angelastet. Jiang Qing, Maos Ehefrau und damals Leiterin der kulturellen Angelegenheiten der Partei, praktizierte eine strenge Form der Zensur in ihrem Bereich und wird mit einigen anderen Beamten stellvertretend vor Gericht gestellt.

Auch heute noch ist die Kulturrevolution ein heikles Thema in China. Fehler wurden nie offiziell zugegeben. Viele leiden heute immer noch an den Folgen.

Bild: Wikimedia

0
HerzenHerzen
0
HahaHaha
0
Große LiebeGroße Liebe
0
WowWow
0
YayYay
0
TraurigTraurig
0
MähMäh
0
WütendWütend
Danke fürs Wählen!

Kommentar verfassen