Von Null Ahnung zu etwas Chinesisch

Von Null Ahnung zu etwas Chinesisch -Dies ist kein Sprachkurs

In „Von Null Ahnung zu etwas Chinesisch“ liefern die Autoren einen Einblick in die chinesische Sprache und die chinesische «Denke». Mit Sprachspielen, kleinen Experimenten und «gehirn-gerechtem Arbeiten» soll das stupide Büffeln von Vokabeln überflüssig werden – auch beim Erlernen des Chinesischen. Der Anhang bietet die chinesische Radikalliste in dreifacher Ausführung: geordnet nach deutscher Bedeutung, nach Radikalindex und nach Strichzahl. Zudem ist eine Liste mit den häufigsten chinesischen Nachnamen enthalten.

Wie wirbt man äußerst „subtil“ für die eigenen Seminare? Nun, da rätselt Frau Birkenbihl wohl immer noch, denn die zahlreichen Verweise auf ihre Seminare, DVDs und Publikationen sind nicht nur langweilig (entgegen aller Versprechung das Buch wäre eben NICHT langweilig), sondern auch ärgerlich. Doch abgesehen von Frau Birkenbihls Produkten will das Autorenteam schließlich auch noch eine Theorie an den Mann bzw. an die Frau bringen. Lernen ist ganz einfach: Man muss lediglich die Bedeutung der Grundelemente lernen und schon macht alles Sinn – diese revolutionäre Einsicht wird Chinesischlernenden bereits seit geraumer Zeit von ihren Lehrern mitgegeben. Auch die Entdeckung dass Lernen mit visuellen Hilfestellungen einfacher wird, ist nicht wirklich neu (man nehmen einen handelsüblichen Sprachkurs zur Hand). Noch eine überholte Theorie: die simple Einteilung von chinesischen Zeichen in Piktogramme und Ideogramme. Ein weiteres lästiges Übel ist die Verwendung zweier Umschriften (Wade-Giles und Pinyin, sodass ein Aussprachewilliger komplett verwirrt aufgibt!). Auch die Schlussfolgerungen der Autorin sind äußerst streitbar: So behauptet die Autorin z.B. dass Lernende besser die «klassischen» Zeichen (gemeint sind moderne Langzeichen) lernen sollten, weil u.a. die neue Schreibweise von vielen Chinesen «niemals akzeptiert» wurde (siehe Auszug) – politische Gründe hatte diese „freiwillige Entscheidung“ von Taiwanern, Singapurern und Hongkongern, sowie all derer, die meist aus diesen Regionen nach Amerika oder Europa ausgewandert sind wohl nicht… Mal abgesehen von all denen, die grundsätzlich den Gebrauch von Zeichen „freiwillig verweigern“… Inhaltlich alles in allem eine Zusammenstellung von Verallgemeinerungen, Halbwahrheiten und altbekannten oder veralteten Theorien, die so zusammengesetzt wurden, dass sie in die Theorie der Autorin passen – die man zum gründlichen Studieren natürlich mit passender Lektüre käuflich erwerben muss. Hinzu kommt ein wildes Layout in Schwarz-Rot mit handschriftlichen Notizen am Seitenrand, teils überraschende Schreibweisen und ein überdimensional aufgeblähter Anhang mit Radikalliste in dreifacher Ausführung, sowie einer Liste von zehn chinesischen Nachnamen – ohne all das wäre das Buch wohl eher eine Broschüre geworden.

Zweitens haben viele Chinesen die neue Form niemals akzeptiert. Neben einigen «heimlichen Renitenten» im Land der Mitte schreiben auch TAIWANESEN, ebenso die Menschen in HONG KONG und SINGAPUR nach wie vor KLASSISCH. Das gleiche gilt für die meisten Auslands-Chinesen, d.h. für Chinesen, die während der Kultur-Revolution ins Ausland geflohen sind und dort Parallel-Gesellschaften aufgebaut haben. Denken Sie dabei aber nicht nur an Indonesien und an die bekannten China-Towns großer amerikanischer Städte, sondern auch an Europa. Hier haben sich ebenfalls Exil-Chinesen angesiedelt, wobei sie sich so unauffällig benehmen, dass sie uns nicht auffallen.

Geeignet für: alle, die wieder einmal einen neuen Guru suchen

Einschätzung: Von Null Ahnung zu Null Ahnung

[xrr rating=0.5/5.0]

Autor/in: Vera F. BIRKENBIHL & Thomas GONSCHIOR

Quelle

* © (Zitate/Cover/Screenshots/Scans)
* Verlag: MVG
* Ausgabe: Taschenbuch
* Jahr: 2007
* ISBN: 978 3 636 06349 6
* Auszug: S. 29 / 30

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