Lisa See: Dreams of Joy - Tochter des Glücks

Tochter des Glücks – Dreams of Joy

Die 19-jährige Joy ist fasziniert von der kommunistischen Bewegung in China. Ein Grund mehr, um dort ihren Vater zu suchen. Mutter Pearl ist geschockt, als sie davon erfährt, dass sie Joy vielleicht nie wieder sehen wird. Denn einmal in China, ist eine Rückkehr ungewiss. Die neue rote Gesellschaft geht nicht pingelig um mit Kritikern. Auch Joys Vater muss diese Erfahrung machen. Und als Joy schließlich am Ziel ihrer Träume anlangt, ist die Verwirrung groß: War es wirklich das, was sie sich gewünscht hat?

Buchkritik zu Lisa See: Tochter des Glücks / Dreams of Joy

China Ende der 50er Jahre: Mao setzt mit dem Großen Sprung nach Vorn das Wohl eines ganzen Volkes aufs Spiel. Historisch ist „Tochter des Glücks“ eine höchst spannende Episode der chinesischen Geschichte. Leider bleibt Lisa See in ihren Schilderungen hier zu oberflächlich. Sie konzentriert sich auf die romantischen Verklärungen einer rebellierenden 19-Jährigen und flechtet sogar noch eine Liebesgeschichte ein. Lisa See kratzt zwar in „Tochter des Glücks“ (auch: „Dreams of Joy“) an der Tragödie, doch die grausamen Details gräbt sie nicht in ihrer Gänze aus. Schade. Denn gerade Lisa See wäre prädestiniert dazu gewesen, hier emotionale Schicksale mit historischen Fakten zu verknüpfen. Dies gelingt ihr jedoch nur teilweise.

„Tochter des Glücks“ ist der zweite Teil der „Shanghai Girls“-Reihe und bleibt ein wenig hinter dem ersten Teil „Töchter aus Shanghai“ zurück. Darin berichtet sie vom Auswanderschicksal zweier Schwestern. Der Mutter-Tochter-Konflikt aus dem ersten Buch wird in „Tochter des Glücks“ nur bedingt weitergeführt. Der Vater, der eine dominante Rolle spielt, ist dagegen sehr pragmatisch. Das macht die Geschichte oft vorhersehbar. Dennoch schafft es Lisa See wieder einmal mit viel Exotik und weiblicher Intuition einen chinesischen Frauenroman zu entwickeln, der bis zum Ende zum Weiterlesen animiert. Lebendig, bleibt aber hinter seinen Möglichkeiten zurück.

I want China to be perfect and my time here to be rewarding, but a lot of what I’ve seen today is either very primitive or kind of scary. I take a breath to steady myself and then look around. The single window is just an opening covered by another carved screen. Darkness is falling fast now, and the cicadas are making a real racket.

Infos zum Buch
Lisa See: Tochter des Glücks / Dreams of Joy
Random House, 2011
978-0-8129-8355-5
Auszug: S. 49

kaufen-button

0
HerzenHerzen
0
HahaHaha
0
Große LiebeGroße Liebe
0
WowWow
0
YayYay
0
TraurigTraurig
0
MähMäh
0
WütendWütend
Danke fürs Wählen!

Kommentar verfassen