Taiping Shangdi: Mord im Sommerpalast

Mord im Sommerpalast

Endlich Sommer! Pfauenauge, die Hofdame der Konkubine Jin, freut sich ganz besonders darauf, dass der Hofstaat in den Sommerpalast umzieht. Hier will sie die schrecklichen Ereignisse in der Verbotenen Stadt vergessen. Doch auch hier ereignet sich bald ein Mord. Und abermals scheint der Eunuch Kleiner Brillant in den Fall verwickelt. Doch was will die Stickerin Grillbohne von Pfauenauge? Die Beharrlichkeit der kleinen Künstlerin ist der Hofdame umheimlich…

Buchkritik zu Taiping Shangdi: Mord im Sommerpalast

„Mord im Sommerpalast“ ist der zweite Teil der China-Krimireihe um Hofdame Pfauenauge. Ging es im ersten Teil („Das verbotene Lied“) noch um Mord in der Verbotenen Stadt, so führt der Nachfolgeband die Dienerin der Konkubine Jin sie in den Sommerpalast. Denn dort verbringt die Kaiserinwitwe Cixi ihren Urlaub und nimmt Kaiser und das halbe Gefolge gleich mit. Da die Handlung auf dem ersten Buch aufbaut, sollte man diesen China-Krimi schon in der richtigen Reihenfolge lesen.

Was erneut positiv auffällt ist die authentisch wirkende Szenerie. Der Sommerpalast wird genau umschrieben und vermittelt damit einen schönen Eindruck Chinas zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Abenteuerlich wird es bei der Handlung, um nicht zu sagen haarsträubend. Lange Zeit zieht sich die Geschichte, es werden grundlos Vermutungen aufgestellt, wirkliche Beweise gibt es nicht. Hinzu kommt das komplizierte Beziehungsgeflecht, das in solch einer Umgebung eigentlich herrscht und hier (aufgrund der Kürze) nur angerissen wird. All das macht „Mord im Sommerpalast“ sehr vorhersehbar und stellenweise recht langatmig. Zu meiner großen Enttäuschung entwickelt sich die Hofdame Pfauenauge nicht weiter – im Gegenteil. Man hat eher den Eindruck, dass sie die Dinge um sich herum einfach geschehen lässt. Sehr ernüchternd.

Inzwischen habe ich auch herausgefunden, dass sich hinter dem Pseudonym Taiping Shangdi der französische Schriftsteller Olivier Seigneur verbirgt. Ins Deutsche übersetzt wurden allerdings nur zwei Bücher seiner Krimireihe um die Hofdame Pfauenauge. Wer weiterlesen möchte, muss dies auf Französisch tun. Dafür reicht bei mir zumindest jedoch nicht die Faszination an der Reihe. „Mord im Sommerpalast“ ist ganz sicherlich kein China-Krimi, den man gelesen haben muss und empfiehlt sich lediglich für große Fans historischer Reihen…

Besonders die Ehrwürdige Ahnin hatte Angst, dass Mächte aus dem Jenseits ins irdische Geschehen eingreifen könnten. Sie befürchteten, mit Geistern konfrontiert zu werden, die diesen besonderen Tag ausnutzen wollten, um der Hölle zu entrinnen und sich auf Kosten der Lebenden zu amüsieren, indem sie deren Lieblingsgegenstände stahlen oder zerbrachen. Andere Gespenster hatten es darauf abgesehen, einen Menschen zu finden, der ihren Platz im Jenseits einnehmen würde.

Infos zum Buch
Taiping Shanghi – Mord im Sommerpalast
2.Krimi: Konkubine Pfauenauge
Heyne, 2002
3-453-19592-2
Auszug: S.104

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