Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät

Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät

Fengshui-Experte C.F. Wong richtet sich gerade in seinem neuen Büro in Shanghai ein, als eine Abrissbirne dem Arbeitstag ein jähes Ende bereitet. Ein schlechtes Omen? Kurz darauf wird ein Mädchen entführt und Wong und seine Assistentin Joyce finden sich plötzlich in einem Käfig wieder: Sie sollen von militanten Vaganern bei lebendigem Leibe „flambiert“ werden. Da wird selbst der Fengshui-Detektiv Wong ein wenig nervös. Er muss nicht nur sein Leben retten, sondern auch die pulsierende Metropole Shanghai vor einer Katastrophe bewahren. Und zu allem Überfluss läuft ihm dann auch noch ein weißer Elefant über den Weg und könnte ihn zu ewigem Unglück verdammen…

Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät

Wieder einmal macht sich der Fengshui-Detektiv C.F. Wong auf, neue Erwerbsquellen zu erschließen – dieses Mal zieht es ihn nach Shanghai. Und prompt wird er in eine abenteuerlich und schlicht verrückte Geschichte hineingezogen, die ihm zunächst Gaumenfreuden und dann eine leere Brieftasche beschert — ein hartes Schicksal für den knickrigen Gründer der Gesellschaft der Berufsmystiker.

Nury Vittachi versetzt seinen herrlich pragmatischen Fengshui-Experten in ein wuselndes Shanghai, übertreibt es dabei jedoch ein wenig. Denn nicht nur Staus, Umweltverschmutzung und Korruption beschäftigen die Charaktere aus „Shanghai Dinner“, auch Bürokratie, das Verhältnis von Chinesen und Ausländern, sowie Unabhängigkeitsbestrebungen müssen erwähnt werden. Das Buch ist vollgestopft mit Informationen und ist an kreativen Entwicklungen kaum zu übertreffen – es kommt immer noch schlimmer und immer noch dicker! Und das alles anscheinend bei stillstehender Zeit. Spannend und unterhaltsam ist „Shanghai Dinner“ dennoch. Die Vielzahl an Charakteren und der unglaubliche Handlungsstrang lassen keine Langeweile aufkommen. Der süffisante Erzählton verspricht ein Höchstmaß an Unterhaltung und Suchtpotenzial. Viel Lokalkolorit, expressive Figuren und eine wilde, rasante Story machen „Shanghai Dinner“ trotz der überladenen Struktur und einigen Klischees zu einer echten Lesefreude. Fans wilder Detektivgeschichten mit viel Lokalkolorit und kreativ unzähmbarem Plot werden Wong lieben. Vollmundig erzählter Überkrimi mit Suchtpotenzial.

Achtung: Zartbesaitete Tierfreunde seien jedoch vorgewarnt: Hier geht es um Fressen und Gefressen werden und Nury Vittachi ist bei seinen Schilderungen nicht unbedingt zimperlich.

Was die Menschen in Shanghais Innenstadt anging, so würde es ihn nicht besonders stören, wenn Dutzende oder Hunderte umkämen, ohne dass er versucht hätte, es zu verhindern. Sie waren ihm reichlich zu zuwider, diese übel riechenden, allzu großen, albern gekleideten Shanghaier: die Männer mada sao, weibisch zurechtgemachte Lackaffen, die Frauen aufgetakelte Modepuppen. Nein, es war der Tod des Elefanten, der einen Vulkan an schlechtem Karma über ihm ausbrechen lassen konnte. Größe spielte fürs Karma ja durchaus eine Rolle. Bakterien zu vernichten, zählte kaum. Ein Vogel oder ein mittelgroßes Tier fiel schwerer ins Gewicht, außer man schlachtete es als Nahrung. Ein Pferd brachte schon erhebliches Unglück. Ein Elefant aber hatte entsetzliche Auswirkungen. Und gar ein weißer Elefant! Symbol der Langlebigkeit, der Vollkommenheit, der Königswürde. Ihn zu töten, nachdem man wie er tags zuvor eine deutliche Vorwarnung empfangen hatte – es war nicht auszudenken!

Infos zum Buch
Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät
Reihe: Der Fengshui-Detektiv
Nury Vittachi
Unionsverlag, 2008
978 3 293 20431 7
Auszug: S. 185 / 186

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