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1421 - Als China die Welt entdeckte: Review / Buchkritik
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1421 – Als China die Welt entdeckte

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1492 entdeckte Christopher Kolumbus Amerika – so schreibt es die Weltgeschichte. Doch wenn es nach Gavin Menzies geht, hat der chinesische Admiral Zheng He, genau 71 Jahre früher, den amerikanischen Kontinent entdeckt und dort eine Siedlung errichtet. Zeitgleich sollen vier weitere kaiserliche Flotten über die Weltmeere gesegelt und u.a. Australien, Südamerika und die Antarktis erreicht haben.

REVIEW / KRITIK

Wussten wir es nicht schon immer? Die Chinesen als größte Entdecker der Weltgeschichte, die nun auch als Seefahrtspioniere Amerika erforschten… Nun ja, soweit die Wunschvorstellung eines ehemaligen U-Boot-Kommandanten, der in seiner Zeit unter Wasser vielleicht ein bisschen zu wenig Sauerstoff abbekommen hat. Sicherlich gibt es Belege für die Existenz der von Menzies angeführten „Beweise“ – seine Schlussfolgerungen wurden mittlerweile jedoch von Experten widerlegt. Menzies forscht unterdessen unbeirrt weiter…

Einmal abgesehen davon, ob Menzies mit seinen Ausführungen richtig liegt, oder nicht – interessant sind seine Theorien zweifelsohne. Zudem wartet der Autor mit allerhand überraschenden und interessanten Einblicken in das damalige Seemannsleben auf: So erfährt man u.a., dass die Dschunken mit einem gewichtigen Problem zu kämpfen hatten – Überfüllung durch zu viele schwangere Konkubinen [*grins]. Leider gelangt man nur sehr mühsam zu diesen Einblicken, da sich Menzies einer maritimen Sprache bedient, die nur wenigen geläufig sein dürfte. Zwar erklärt der Autor viele Schifffahrtsbegriffe, aber das Buch bleibt sehr technisch, und ist zäh zu lesen.

Doch es blieben noch mehrere ungelöste Rätsel, die nicht in mein Szenario passten. Viele der großen rechteckigen Steine bestanden nicht aus Bimini-Fels. Das dortige Gestein war weicher und wies ein ungeordneteres Muster auf als die „importierten“ Steinplatten. Auch der „Zement“, der anscheinend zum Verfugen der Abschnitte diente, war unterschiedlicher Art. Dr. Zink entdeckte, dass bei einem Typ Aragonitkristalle vorherrschten, bei einem anderen Splitter-Kalkspat, was impliziert, dass nebeneinander liegende Steine unterschiedliche physikalische Eigenschaften hatten und sich folglich an unterschiedlichen Standorten geformt hatten. Doch warum hätte man riesige Steine und jene quadratischen „Baublöcke“ nach Bimini transportieren sollen, wenn es dort reichlich verwendbaren Fels gab – es sei denn, die Blöcke gehörten zu dem Ballast, den die chinesischen Dschunken mit sich führten?

Geeignet für: Seefahrer mit einer ausgeprägten Zuneigung gegenüber China

Einschätzung: Kapitän Nemo trifft maritime Eunuchenlegende

[xrr rating=2.0/5]

© Quelle
Verlag: Knaur
Ausgabe: Taschenbuch
Jahr: 2004
ISBN: 3 426 77766 5
Auszug: S.313

Infos zum Buch
Titel: 1421 – Als China die Welt entdeckte
Autor/in: Gavin Menzies
Genre: Sachbuch
Thema: Geschichte
Kategorie: Buchkritik / China

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