Manga: Naoki Urasawas "Monster"

Monster (Manga)

Der japanische Neurochirurg Dr. Tenma ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet. In der Eisler-Klinik in Düsseldorf scheint seine Karriere bereits vorbestimmt zu sein. Doch als er gegen die Anweisung seines Chefs einem Jungen das Leben rettet, wird er degradiert und auch seine Verlobte verlässt ihn. Kurz darauf werden seine Kritiker ermordet und der Junge ist verschwunden. Neun Jahre später ist Dr. Tenma Chefchirurg und soll einen wichtigen Zeugen in einem Mordfall operieren. Er trifft nun zum zweiten Mal auf Inspektor Runge vom BKA, der Tenma immer noch für verdächtig hält. Als dann auch noch Runges Zeuge von einem «Monster» faselt und unter genauso mysteriösen Umständen verschwindet wie der Junge vor neun Jahren, scheint alles gegen Tenma zu sprechen…

Kritik zum Manga „Monster“

„Monster“ ist zunächst einmal ein Blick hinter die Kulissen von einer Klinik voller skrupelloser Göttern in Weiß, die für Macht und Ansehen fast alles tun würden. Als Dr. Tenma sich gegen dieses System stellt und einen Jungen vor dem sicheren Tod rettet, ahnt er noch nicht, welches Monster er damit auf die Welt losgelassen hat. Trotz der vielen (auch optischen) Klischees über Deutsche, die in Monster gepflegt werden, sind Inhalt und Umsetzung insgesamt stimmig. Eine einfache, realistisch anmutende Figurengestaltung und ein klares Layout bestimmen den Manga. Die Geschichte hält stets ein gewisses Spannungsniveau aufrecht, sodass sich langsam ein Mystery-Thriller entwickeln kann. Der Manga „Monster“ kann zwar nicht mit rasanter Action und niedlichen Figuren punkten, liefert aber ein solides Grundgerüst für einen ausgefeilten Plot, der auf mysteriöse Ereignisse und viel Spannung setzt.

Die Hauptfigur Dr. Tenma ist allerdings ein bisschen blass geraden — ein typischer Durchschnittstyp — dafür gibt es aber jede Menge andere Figuren, die einen starken Eindruck hinterlassen. Enttäuschend ist, dass der Manga „Monster“ stellenweise auf astreine Nazi-Klischees setzt. Die Geschichte hätte auch ohne gut funktioniert — von den „Bossen“ im türkischen Viertel mag ich gar nicht erst anfangen… Das ist schon fast wieder amüsant. Dafür gibt es im Manga „Monster“ einige psychologisch höchst interessante Komponenten. Bis auf kleine Defizite und Verwirrungen erweist sich „Monster“ trotz aller Klischees als spannende Unterhaltung.

Infos zum Manga
Monster
Naoki Urasawa
Viz Media, 2014
978-1421569062 | 978-1421569086 | 978-1421569079
ab ca. 16 Jahre

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